16.11.2009: 3. Regionalpolitische Gesprächsrunde des Handwerks in Mittelhessen
Positive Ausbildungsbilanz in Mettelhessen
In Wetzlar haben sich die Handwerkskammer Wiesbaden und Vertreter von Kommunen, Landkreisen und des Regierungspräsidiums sowie die Kreishandwerksmeister aus Mittelhessen zur dritten regionalpoliti-schen Gesprächsrunde getroffen. Initiiert wurde das Gesprächsforum 2007 von der Handwerkskammer, um die Bedeutung des Handwerks in Mittelhessen zu unterstreichen. Knapp 10.000 der 24.000 Mitgliedsbetriebe befinden sich in der Mitte Hessens, in den vier Landkreisen Gießen, Lahn-Dill, Limburg-Weilburg und Vogelsberg.
Stabile Konjunktur im Handwerk
Schwerpunkte des Gesprächs waren die aktuelle wirtschaftliche Lage des regionalen Handwerks sowie die Ausbildungssituation in Mittelhessen. Kammerpräsident Klaus Repp, der zu der Gesprächsrunde auch den neuen Regierungspräsidenten Dr. Lars Witteck begrüßen konnte, machte deutlich, dass sich das Handwerk in Mittelhessen trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise erfreulich gut behauptet habe und sich einmal mehr als Stabilitätsanker für die Wirtschaft erwiesen habe. Immerhin über 70 Prozent der Betriebsinhaber beurteilten der aktuellen Konjunkturumfrage zufolge ihre aktuelle Geschäftslage als „gut oder befriedigend." Auch der handwerkliche Arbeitsmarkt, so Repp, sei „weitgehend stabil". In fast 90 Prozent der Betriebe sei die Mitarbeiterzahl konstant geblieben oder sogar gestiegen. „Damit hat das Handwerk insgesamt stabilisierend auf den Arbeitsmarkt gewirkt und klare soziale Verantwortung gezeigt", stellte der Kammerpräsident fest.
Hohe Ausbildungsquote von 9 Prozent
Mit Blick auf die aktuelle Ausbildungssituation unterstrich Hauptgeschäftsführer Harald Brandes die über-durchschnittliche hohe Ausbildungsquote im Handwerk - also dem Verhältnis von Beschäftigten zu Lehrlingen - von rund 9 Prozent. Kein anderer Bereich im dualen Ausbildungssystem erreiche diese Ausbildungsquote.
So sei die Ausbildungssituation im Kammerbezirk Wiesbaden zum Stichtag 31. Oktober 2009 stabil. Brandes: „Wir haben nach den Zahlen der Geschäftsstatistik, in der die Lehrverträge im Erhebungszeitraum 1. Januar bis 31. Dezember eines Jahres einfließen, im Kammerbezirk insgesamt ein leichtes Minus von 1 Prozent, in Mittelhessen ein Minus von 0,5 Prozent." Allerdings handele es sich bei diesen Zahlen lediglich um Momentaufnahmen, aus der sich lediglich Trends für die Endergebnisse ableiten ließen.
Dies werde auch daran deutlich, dass es zwischen den einzelnen Landkreisen in Mittelhessen erhebliche Schwankungen gebe. So reiche die Spanne von der Stadt/dem Landkreis Gießen mit einem aktuellen Plus von 5,9 Prozent bis zum Vogelsbergkreis mit einem Minus von 7,9 Prozent bei den Ausbildungszahlen. Eine zuverlässige Prognose über das Jahresendergebnis sei noch verfrüht. „Von einem Lehrstellenmangel gehen wir allerdings nicht aus", stellte Brandes klar. Vielmehr sei gerade in technikorientierten Handwerken einen Mangel an geeigneten Lehrstellenbewerbern festzustellen.
online seit 16. Nov 2009, aktualisiert am 18. Nov 2009
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