Achtung - Internetabzocke!

Was tun bei unseriösen Angeboten?

Att@Lupe

Das Internet hat sich gerade für gewerbliche Betriebe als unverzichtbare Informations- und Kommunikationsquelle für Einkauf, Verkauf, Werbung und Kundenakquise etabliert. Den unübersehbaren Chancen stehen auch Risiken entgegen. Selbst geübten Internetnutzern passiert es, durch Unaufmerksamkeit oder bewusste Verschleierung mit den sogenannten Internetabzockern in Kontakt zu geraten.

Abo-Falle
Weit verbreitet sind noch immer die sogenannten "Abo-Fallen". Auf seriös wirkenden Internetseiten werden anscheinend kostenlose Steuertipps, diverse Software-Downloads, Wissens-, Führerschein- oder Intelligenztests, Spritkosten- oder Versicherungsvergleiche, Hausaufgabenhilfe, Rezepte, Warenproben, Gewinnchancen oder ähniches angeboten. Die Anbieter erreichen, dass ihre Seiten bei Google oft weit oben erscheinen, indem sie Werbung beim jeweiligen Suchmaschinen­anbieter buchen.

Ein anderer Trick sind vermeintlich kostenlose Tests oder attraktive Gewinnspielangebote und nicht zuletzt unaufgefordert zugesandte E-Mail-Werbung (Spam) durch die Internetnutzer auf die entsprechenden Seiten gelotst werden.

Auf der eigentlichen "Abzockseite" werden dann vor der eigentlichen 'Leistung' Anmeldeseiten zwischengeschaltet, in denen Namen, Adresse, E-Mail-Kontakte, teilweise sogar Bankverbindungen abgefragt werden. Angaben zu den Kosten werden in schlecht lesbaren oder versteckten  Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) versteckt und stehen häufig unterhalb der Buttons "Anmelden", "Absenden", "Test starten" etc..

Die tatsächliche Leistung ist zumeist banal, nutzlos oder bei seriösen Seiten sogar tatsächlich kostenfrei zu erhalten. Durch die 'Anmeldung' bei der Abzockseite, so behaupten die Anbieter, ist dann angeblich ein Abonnement der entsprechenden Leistung mit teilweise erheblichen Kosten abgeschlossen worden. Es folgen schnell Rechnungen und Mahnungen mit Hinweisen auf eine Klage, mit denen versucht wird, den Internetnutzer einzuschüchtern.

Abzockfallen vermeiden
Die beste Möglichkeit, Abzockfallen zu meiden, ist eine aufmerksame Internetnutzung:

  • Gehen Sie generell vorsichtig mit Ihren Daten um. Geben Sie persönliche oder betriebliche Informationen nicht auf verdächtigen Internetseiten an. Noch größere Vorsicht gilt bei Bankverbindungen oder Kreditkartennummern, die ausschließlich über sichere Internetverbindungen bei Ihnen bekannten Anbietern angegeben werden sollten!
  • Scrollen Sie bis ans Ende der Seiten und lesen Sie das Kleingedruckte! Bei Angaben zu (Mindest-)Vertragslaufzeiten, Kündigungsfristen etc. ist eine Abo-Falle wahrscheinlich.
  • Suchen und lesen Sie - auch wenn es lästig ist - die allgemeinen  Geschäftsbedingungen!
  • Suchen Sie insbesondere Hinweise auf Kosten! Ein fettgedrucktes "gratis" oder "kostenlos" oben auf einer Seite wird nicht selten unten eingeschränkt oder aufgehoben.
  • Schauen Sie die Informationen über Identität und Anschrift des Anbieters im Impressum an. Suchen Sie im Internet nach (negativen) Eintragungen über diese Firma oder Person.

Und was, wenn man bereits in eine Abzockfalle getappt ist?
Haben Sie bereits eine Rechnung oder Mahnung eines solchen Internetabzockers bekommen, ist das Wichtigste, ruhig zu reagieren und auf keinen Fall gleich zu zahlen.

Empfehlenswert ist vielmehr folgendes Vorgehen:

  • Kopieren Sie möglichst die Anmeldeseite des Angebots, für das Sie zahlen sollen. Die entsprechenden Seiten werden häufig schnell geändert oder gelöscht.
  • Bestreiten Sie schriftlich (am besten per Einschreiben/Rückschein) den Abschluss eines Vertrages und erklären Sie, dass Sie nicht bereit sind, zu zahlen. Ein entsprechenden Musterbrief der Verbraucherzentrale Hessen finden Sie unten angefügt.
  • Auf weitere Mahnbescheide von Inkassobüros, Rechtsanwälten, Inkassodezernaten etc. brauchen Sie gar nicht zu reagieren. Ernst zu nehmen ist nur ein amtlicher Mahnbescheid per Postzustellung vom Gericht. Hier muss unbedingt mit dem beigefügten Widerspruchsformular widersprochen werden.
  • In der Regel geben die unseriösen Firmen nach einigen Drohungen Ruhe. Nur, wenn das nicht der Fall ist, wenden Sie sich an die Verbraucherzentralen oder in betrieblichen Fällen gern auch an die Rechtsabteilung der Handwerkskammer.

 Weitere Informationen der Verbraucherzentralen für Privatpersonen:

Ansprechpartner Icon  Ansprechpartner:

Franz-Josef Herter

Markus Bruns 

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online seit 09. Feb 2011, aktualisiert am 09. Feb 2011

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