Inhalte und Anlagen

Die Handwerksordnung (HwO) ist ein Bundesgesetz und gilt in der ganzen Bundesrepublik als Grundgesetz für das deutsche Handwerk und die handwerkliche Selbstverwaltung. Sie bildet ein solides Fundament, auf dem sich die handwerkliche Leistungsfähigkeit im Wettbewerb beweisen kann. Aktuell besteht die Handwerksordnung aus 5 Teilen und mehreren Anlagen:

Die 5 Teile der Handwerksordnung

1. Teil:
Ausübung eines Handwerks und eines handwerksähnlichen Gewerbes, §§ 1-20
Die Handwerksordnung trennt zwischen zulassungspflichtigem und zulassungsfreiem Handwerk und handwerksähnlichem Gewerbe. Voraussetzung für den Betrieb des zulassungspflichtigen Handwerks ist die Eintragung in die Handwerksrolle. Auch die Eintragung in das Verzeichnis der Zulassungsfreien Handwerke und  der Handwerksähnlichen Gewerbe führt zur Mitgliedschaft.

2. Teil:  
Berufsbildung im Handwerk, §§ 21-44b
Mit der Handwerksordnung wurde die handwerkliche Berufsaus- und fortbildung eingeführt und anerkannt. Die Berufsbildung im Handwerk gewährleistet, dass Handwerk und gewerbliche Wirtschaft auf einen hochqualifizierten Nachwuchs zugreifen können.

3. Teil:  
Meisterprüfung, Meistertitel, §§ 45-51d
Die Meisterprüfung, der Große Befähigungsnachweis, ist als Regelzugang zur Ausübung eines Handwerks in der Handwerksordnung verankert. Die Bezeichnung Meister in Verbindung mit einem Handwerk darf nur führen, wer nach der Handwerksordnung die Meisterprüfung in diesem Handwerk bestanden hat. Der Meistertitel ist gesetzlich geschützt.

4. Teil:
Organisation des Handwerks, §§ 52-116
Die Handwerksordnung gestaltet die Organisation des Handwerks. Die Innungen, Kreishandwerkerschaften und Handwerkskammern sind öffentlich-rechtliche Körperschaften. Die Innungen sind dabei freiwillige, fachliche Zusammenschlüsse, die Handwerkskammern vertreten fachübergreifende Interessen.
Die gewählten Mitglieder der Vollversammlung und Vorstände der Handwerkskammern setzen sich zu zwei Dritteln aus Unternehmern und zu einem Drittel aus Arbeitnehmern (Gesellen, andere Arbeitnehmer mit abgeschlossener Berufsausbildung) der kammerzugehörigen Betriebe zusammen.

5. Teil:
Bußgeld-, Übergangs- und Schlussvorschriften

Anlagen zur Handwerksordnung
Der Handwerksordnung sind mehrere Anlagen beigefügt.

Anlage A ist das Verzeichnis der 41 Gewerbe, die als zulassungspflichtige Handwerke betrieben werden können. Grundvoraussetzung für den Betrieb für den Betrieb eines zulassungspflichtigen Handwerks ist der Meisterbrief oder zumindest die Beschäftigung eines handwerklichen Betriebleiters, der die Eintragungsvoraussetzungen erfüllt.
Voraussetzung für den Betrieb eines zulassungspflichtigen Handwerks ist der Meisterbrief.

Anlage B1 ist das Verzeichnis der 53 Gewerbe, die als zulassungsfreie Handwerke betrieben werden können. Diese Handwerke können ohne Meisterbrief ausgeübt werden. Das Ablegen der Meisterprüfung ist möglich und verschafft den Absolventen einen Wettbewerbsvorteil.

Anlage B2 ist das Verzeichnis der Gewerbe, die als handwerksähnliche Gewerbe betrieben werden können. In einigen dieser Gewerbe besteht auch die Möglichkeit eine Meisterprüfung abzulegen (z.B. Bestatter, Kosmetiker oder im Holz- und Bautenschutz)

Anlage C regelt die Wahlordnung für die Wahlen der Mitglieder der Vollversammlung der Handwerkskammern.

Anlage D regelt die Art der personenbezogenen Daten, die in die Handwerksrolle, in das Verzeichnis der Inhaber eines zulassungsfreien Handwerks oder handwerksähnlichen Gewerbes und in die Lehrlingsrolle eingetragen werden.