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Handwerkskammer Wiesbaden

01.11.2018: Konjunkturumfrage: Insgesamt intakter Aufwärtstrend, aber leichte Beruhigung

Fachkräftemangel belastet zunehmend

Die Geschäftslage der Handwerksbetriebe in Ober-, West- und Mittelhessen bleibt auf hohem Niveau. Der aktuellen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Wiesbaden zufolge bewerten 88 Prozent der Handwerksbetriebe ihre Geschäftslage im 3. Quartal mit "gut" oder "befriedigend". Damit ist sowohl gegenüber dem Vergleichsquartal (88,3 Prozent) des Vorjahres als auch gegenüber den Vormonaten April bis Juni 2018 (90,5 Prozent) eine leichte Beruhigung eingetreten. "Die Tendenz bleibt jedoch aufwärts gerichtet, denn der Geschäftsklimaindikator, der auch die erwartete Geschäftslage mit berücksichtigt, notiert im gerade abgelaufenen Quartal mit 126,5 Punkten und somit drei Prozentpunkte höher als im Quartal zuvor", bemerkte Hauptgeschäftsführer Bernhard Mundschenk. 

Bau- und Ausbauhandwerker stoßen an Kapazitätsgrenzen 

Die konjunkturelle Führungsposition nahmen abermals die Bau- und Ausbauhandwerke ein, die zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Dies verdeutlichen die weiter steigenden Auftragsbestände bei gleichzeitiger Spitzenauslastung. Aber auch die anderen Handwerksbranchen profitieren von dem anhaltend freundlichen Konsumklima. Zurzeit sind die Bauhandwerker zu 96,2 Prozent mindestens zufrieden, gegenüber dem Vorjahreswert (94,4 Prozent) stieg dieser Indikator nochmals. Den Ausbauhandwerkern geht es ebenfalls sehr gut, sie bezeichnen zu 98,3 Prozent ihre wirtschaftliche Situation als mindestens zufriedenstellend. Viele Betriebe arbeiten bereits an der Kapazitätsgrenze und darüber hinaus. Im Bauhandwerk teilen fast 60 Prozent der Betriebe mit, bis zu 100 Prozent oder darüber ausgelastet zu sein. Im Ausbauhandwerk trifft dies für noch mehr Betriebe zu, hier teilen 63,6 Prozent der Unternehmer eine solche Auslastungssituation mit. Dies erklärt – zusammen mit den nach wie vor hohen Auftragseingängen – die lange Wartezeit der Kundschaft auf freie Termine.

Fachkräftemangel als Wachstumsbremse 

Das Gesamthandwerk hat im dritten Quartal 2018 einen positiven Beschäftigtensaldo erreicht. Über alle Handwerksgruppen hinweg ist bei 16 Prozent der befragten Betriebe die Beschäftigtenzahl gestiegen, während 11,8 Prozent der Betriebe mit einer kleiner gewordenen Belegschaft auskommen mussten. Mundschenk: "Auf dem leergefegten Arbeitsmarkt wird es für die Handwerksbetriebe immer schwieriger geeignete Bewerber zu finden. Der Fachkräftemangel wird immer mehr zur Wachstumsbremse im Handwerk und ist für die zum Teil langen Wartezeiten verantwortlich."

Zuversichtliche Erwartungen 

Über 92 Prozent der befragten Handwerksbetriebe erwarten in den nächsten Monaten Oktober bis Dezember eine mindestens zufriedenstellende Geschäftslage "Die jetzigen und erwarteten Geschäftslagemitteilungen lassen keinen Spielraum für pessimistische Annahmen, so dass das heimische Handwerk ein weiteres wirtschaftlich positiv verlaufenes Jahr 2018 beenden dürfte", zeigte sich Mundschenk für das letzte Quartal des Jahres optimistisch.