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05.01.2018: Mehr Handwerksbetriebe in Ober-, West- und Mittelhessen

Leichter Zuwachs auf 25.895 Betriebe

Die Zahl der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Wiesbaden ist leicht angestiegen: Insgesamt 25.895 Betriebe hat die Handwerkskammer Wiesbaden zum Stichtag 31. Dezember 2017 in ihrer Handwerksrolle verzeichnet. Das entspricht einer Steigerung um 0,7 Prozent oder 173 Betriebe zum Ende des Vorjahres. Größere Zuwächse sind vor allem bei den zulassungsfreien und handwerksähnlichen Betrieben zu verzeichnen, deren Zahlen um 156 (+2,2 Prozent) beziehungsweise 119 (+3,2 Prozent) zu den jeweiligen Vorjahreswerten gestiegen sind. Zulassungspflichtige Handwerke, zu deren Ausübung grundsätzlich der Meisterbrief erforderlich ist, haben hingegen um 102 Betriebe oder 0,7 Prozent auf 14.685 abgenommen.

"Die leichten Zuwachsraten bei den Betriebszahlen insgesamt lassen uns erwartungsvoll in das neue Jahr blicken, gleichwohl aber nicht über die erneuten Einbußen bei Betrieben in den zulassungspflichtigen Handwerken hinwegsehen. Diesen schon seit Jahren festzustellenden Trend sehen wir mit Sorge und hoffen auf eine baldige Trendumkehr", kommentiert Kammerhauptgeschäftsführer Bernhard Mundschenk.

Unterschiedliche Entwicklung bei den Betriebszahlen

So kam es – aufgefächert in die einzelnen Gewerke – unter den zulassungspflichtigen Handwerken vor allem zu Betriebsabgängen bei Elektrotechnikern (-22), Fleischern (-19) und Metallbauern (-14). Zugenommen haben dagegen unter den zulassungsfreien Handwerken beispielsweise Fotografen (+57) und unter den handwerksähnlichen Gewerken, Kosmetiker (+140).  

Regional betrachtet gab es besonders große Betriebszuwächse im Wetteraukreis (+61) sowie in den Landkreisen Limburg-Weilburg (+48) und Lahn-Dill (+43). Demgegenüber ist es lediglich in der Landeshauptstadt Wiesbaden zu einer Abnahme (-34) gekommen.

Zur Erläuterung:

Nach der Handwerksordnung, dem 1953 eingeführten und mehrfach novellierten Regelwerk für den Wirtschaftsbereich Handwerk, werden die 147 Handwerke und handwerksähnlichen Gewerbe in die drei folgenden Gruppen unterteilt:

1. Zulassungspflichtige Handwerke (Anlage A der Handwerksordnung) 

41 Handwerke, für deren Ausübung ein Befähigungsnachweis (bestandene Meisterprüfung oder gleichwertiger Abschluss staatlich anerkannter Bildungseinrichtungen) bzw. erteilte Ausnahmebewilligungen und Ausübungsberechtigungen vorgeschrieben sind. 

2. Zulassungsfreie Handwerke (Anlage B1 der Handwerksordnung) 

52 Handwerke, für deren Ausübung kein Befähigungsnachweis vorgeschrieben ist, der aber gleichwohl als Qualifikationsnachweis auf freiwilliger Basis möglich ist. 

3. Handwerksähnliche Gewerbe (Anlage B2 der Handwerksordnung) 

54 handwerksähnliche Gewerbe, die ohne nachgewiesene Qualifikationsnachweise ausgeübt werden dürfen.