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19.02.2020: Leichte konjunkturelle Beruhigung im Handwerk

Erwartungen bleiben optimistisch

Der Boom, der viele Handwerksbetriebe bis Sommer 2019 in Atem hielt, ist etwas abgeflaut. Dies zeigt die Auswertung der aktuellen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Wiesbaden zum Ende des vierten Quartals 2019. Weiterhin bewerteten 88 Prozent der Handwerksbetriebe in Ober-, West- und Mittelhessen ihre aktuelle Geschäftslage als "gut" oder "befriedigend", ähnlich wie am Ende des dritten Quartals 2019. Doch im Vergleich zum Vorjahresquartal signalisieren die Umfrageergebnisse einen leichten Rückgang in der positiven Lagebeurteilung.

In den Bauhandwerken ist die Situation differenziert zu sehen: Insbesondere die Inhaber von Betrieben des Bauhauptgewerbes bewerten -  nach einer kurzen Abschwächung im dritten Quartal - ihre Situation zum Jahresende 2019 schon wieder deutlich besser und erwarten für das Jahr 2020 zu 16 Prozent verbesserte Geschäfte. Bei den Betrieben des Baunebengewerbes ist die Entwicklung in abgeschwächter Form ähnlich positiv. Jedoch bewertet erneut mehr als ein Fünftel der gewerblichen Dienstleister die Geschäftslage schlecht und die Erwartungen für das erste Quartal des Jahres 2020 lassen nicht auf eine zügige Besserung hoffen.

Nach der positiven Entwicklung im dritten Quartal 2019 zeigt die aktuelle Beschäftigtenentwicklung ein leichtes Minus. Während zehn Prozent der befragten Betrieben eine steigende Beschäftigtenzahl meldeten, teilten zwölf Prozent eine fallende Zahl mit. Das erste Quartal 2020 wird ebenfalls kaum steigende Beschäftigten­zahlen bringen: Nur sechs Prozent sehen die Chance, die Gesamtbeschäftigtenzahl zu erhöhen, doch 84 Prozent der Betriebe werden voraussichtlich ihren Personalbestand halten und zehn Prozent der Betriebe wollen oder müssen sich von Mitarbeitern trennen. Ein wichtiger Grund für ausbleibende Neueinstellungen ist weiterhin der schwache Arbeitsmarkt für qualifizierte handwerkliche Fachkräfte.

Weiterhin hoher Auslastungsgrad

Der Auslastungsgrad der betrieblichen Kapazitäten im Kammerbezirk Wiesbaden blieb im vierten Quartal mit 81 Prozent auf einem hohen Niveau, er lässt aber gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht um einen Prozentpunkt nach. Die Auftragsbestände liegen saisonüblich auf einem niedrigeren Niveau und verharren mit 7,2 Wochen Auslastung auf fast genau dem gleichen Stand wie im Vergleichsquartal 2018 (7,3 Wochen).

Stabilisierung auf hohem Niveau erwartet

Für das erste Quartal 2020 wird überwiegend eine Stabilisierung auf hohem Niveau erwartet. Sowohl mit Blick auf die Geschäftslage als auch auf Umsätze und Auftragseingänge haben sich die Erwartungen gegenüber dem Vorjahresquartal etwas verbessert. Angesichts der insgesamt positiven Entwicklung im vergangenen Jahr ist das eine gute Ausgangsposition.