Titelbild Regionalpol Gesprächsrunde Mittelhessen
Handwerkskammer Wiesbaden

22.11.2021: Mittelhessen im Zentrum des Dialogs zwischen Handwerk und Politik

Regionalpolitische Gesprächsrunde in Wetzlar

Bereits zum 14. Mal konnte der Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden Stefan Füll zusammen mit dem stellvertretenden Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Pott und Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich hochrangige Vertreter der Kommunen und Landkreise sowie die mittelhessischen Kreishandwerksmeister in Wetzlar begrüßen. Die jährliche Regionalpolitische Gesprächsrunde des Handwerks in Mittelhessen findet im Berufsbildungs- und Technologiezentrum Lahn-Dill "Arnold-Spruck-Haus" seit 2007 statt.

Konjunkturelle Lage und Ausbildungssituation

Zur Eröffnung der Gesprächsrunde informierte Kammerpräsident Füll über die aktuelle Entwicklung des Handwerks in Mittelhessen. Derzeit beschäftige das Handwerk in Mittelhessen rund 50.000 Menschen in über 10.500 Betrieben und erwirtschafte etwa 5,6 Milliarden Euro Umsatz jährlich. Füll sieht dies als Beleg für die große wirtschafts- und regionalpolitische Bedeutung des Handwerks. Hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung im Kammerbezirk Wiesbaden erklärte Füll: "Die Handwerkskonjunktur zeigt sich stabil und hat sich trotz Corona seit dem Sommer nochmals leicht verbessert. Nun gilt es für die Zukunft, die indirekten Folgen der Corona-Pandemie in Form von Materialengpässen und die besonderen Herausforderungen beim Fachkräfte- und Nachwuchsbedarf zu meistern." 

Der stv. Kammerhauptgeschäftsführer Dr. Pott beleuchtete die aktuelle Situation des Ausbildungsmarkts im heimischen Handwerk, der in diesem Jahr weiterhin unter dem negativen Vorzeichen der Corona-Pandemie stehe: "Auch wenn wir im Vergleich zu 2020 ein Plus von 2,8 Prozent an neu abgeschlossenen Lehrverträgen verzeichnen, haben wir das Vor-Corona-Niveau noch nicht erreicht." Während 2019 zu Beginn des Ausbildungsjahrs noch 3.596 neue Lehrverträge im Bezirk der Handwerkskammer Wiesbaden abgeschlossen wurden, waren es jetzt 3.410. Diese Zahlen gehen jährlich Mitte November in den Berufsbildungsbericht der Bundregierung ein. Als Gründe für die Entwicklung der Ausbildungssituation nannte Dr. Pott die demografische Entwicklung, den seit Jahren wachsenden Wettbewerb mit vollschulischen Bildungsangeboten und dem Studium sowie die aufgrund der Corona-Pandemie fehlenden Möglichkeiten für Schülerinnen und Schüler, das Handwerk auszuprobieren und zu erkunden.

Kooperation zwischen Handwerk und Politik

Der Gießener Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich gab einen Überblick über die Aktivitäten des Regierungspräsidiums in Mittelhessen und würdigte die enge Kooperation zwischen Handwerk und Politik. Der Landrat und die Bürgermeister berieten zusammen mit den Kreishandwerksmeistern weitere aktuelle Themen, wie die Flüchtlingsintegration, die Verkehrsinfrastruktur, die Ausweisung von Gewerbegebieten, den Bürokratieabbau sowie die aktuellen Materialengpässe im Handwerk, die auch Auswirkungen auf Bauvorhaben der Kommunen haben. Zum Schluss der Runde zog Kammerpräsident Stefan Füll zusammen mit den Gesprächsteilnehmern ein positives Fazit und lobte, dass in Mittelhessen Handwerk und Politik mit einer Stimme sprechen.

 

Foto : 1. Reihe (von links): Kammerpräsident Stefan Füll, Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer (Gemeinde Hünfelden), Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich, stv. Leiter der Geschäftsstelle Mittelhessen Manfred Weber
2. Reihe (von links): Kreishandwerksmeister Andreas Groß (Lahn-Dill-Kreis), Bürgermeister Dr. Andreas Viertelhausen (Wetzlar), Kreishandwerksmeister Kay-Achim Becker (Landkreis Gießen)
3. Reihe (von links): Kreishandwerksmeister Wolfram Uhe (Limburg-Weilburg), Landrat Wolfgang Schuster (Lahn-Dill-Kreis), Kreishandwerksmeister Edwin Giese (Vogelsbergkreis), stv. Kammerhauptgeschäftsführer Dr. Martin Pott