Beratung, Werkstatt, Ausbilderstolz, Lehrling, Lehrling des Monats, Auszubildende, Auszubildender
Hannes Harnack

Das Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"

Die erste Förderrichtlinie zur Umsetzung des Bundesprogramms "Ausbildungsplätze sichern" ist am 1. August 2020 in Kraft getreten.

Mit dem Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" möchte die Bundesregierung verhindern, dass die Corona-Krise zu einer Krise für die berufliche Zukunft junger Menschen wird. Es besteht nämlich ein erhebliches Bundesinteresse daran, Ausbildungsplätze auch in der Krise zu schützen und das bisherige Ausbildungsniveau der Ausbildungsbetriebe aufrecht zu erhalten.

Die Förderung nach dieser Richtlinie umfasst insgesamt vier Zuschüsse, mit denen Ausbildungsbetriebe besonders unterstützt werden sollen. Diese müssen nicht zurückgezahlt werden.

Im Einzelnen sind dies:
  • die Ausbildungsprämie
  • die Ausbildungsprämie plus
  • der Zuschuss zur Ausbildungsvergütung zur Vermeidung von Kurzarbeit
  • die Übernahmeprämie für Lehrlinge aus Insolvenzbetrieben.

Nachfolgend möchten wir Ihnen die einzelnen Zuschüsse kurz vorstellen.



Ausbildungsprämie

Mit diesem Zuschuss möchte man Ausbildungsbetriebe motivieren, ihr Ausbildungsniveau trotz der Folgen der Corona-Krise weiterhin aufrecht zu erhalten. Beantragen können die Ausbildungsprämie diejenigen Betriebe, die durch die Corona-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind, aber dennoch Auszubildende einstellen und dadurch die Zahl der für das neue Ausbildungsjahr abgeschlossenen Ausbildungsverträge auf dem durchschnittlichen Niveau der letzten drei Jahre halten.

In erheblichem Umfang von der Corona-Krise betroffen ist ein Ausbildungsbetrieb dann, wenn er im ersten Halbjahr 2020 wenigstens einen Monat Kurzarbeit durchgeführt hat oder sein Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen ist. Bei einem Ausbildungsbetrieb, der nach April 2019 gegründet worden ist, sind statt der Monate April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen.

Die "Ausbildungsprämie" beträgt einmalig 2.000 Euro für jeden Ausbildungsvertrag und wird nach erfolgreicher Beendigung der Probezeit ausgezahlt.

 

Ausbildungsprämie plus

Diese Prämie können Ausbildungsbetriebe beantragen, die ihr Ausbildungsniveau trotz der Folgen der Corona-Krise erhöhen. Auch hier muss der Ausbildungsbetrieb durch die Corona-Krise in erheblichem Umfang betroffen sein, aber dessen ungeachtet weiterhin Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen und dadurch für das neue Ausbildungsjahr mehr Ausbildungsverträge abschließen, als er es im Durchschnitt der letzten drei Jahre getan hat.

Die "Ausbildungsprämie plus" beträgt einmalig 3.000 Euro für jeden zusätzlichen, d. h. die bisherige durchschnittliche Anzahl übersteigenden Ausbildungsvertrag und wird nach erfolgreicher Beendigung der Probezeit ausgezahlt.

  

Zuschuss zur Ausbildungsvergütung zur Vermeidung von Kurzarbeit

Dieser Zuschuss kann einem Ausbildungsbetrieb gewährt werden, der in seinem Betrieb Kurzarbeit durchführt, aber trotz relevantem Arbeitsausfall aufgrund der Corona-Krise seine Auszubildenden − außerhalb von Zeiten des Berufsschulunterrichts − nicht in Kurzarbeit bringt und auf diese Weise seine laufenden Ausbildungsaktivitäten fortsetzt. Relevant ist ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im Betrieb.

Der "Zuschuss zur Ausbildungsvergütung zur Vermeidung von Kurzarbeit" beträgt 75 Prozent der Ausbildungsvergütung für jeden Auszubildenden und jeden Monat, in dem ein relevanter Arbeitsausfall vorliegt. Bemessungsgrundlage ist das sich auf Grundlage der im Ausbildungsvertrag vereinbarten Ausbildungsvergütung ergebende Arbeitgeber-Brutto ohne Berücksichtigung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

 

Übernahmeprämie für Lehrlinge aus Insolvenzbetrieben

Durch diese Prämie sollen Ausbildungsbetriebe motiviert werden, diejenigen Auszubildenden aufzunehmen, deren ursprünglicher Ausbildungsbetrieb die Ausbildung aufgrund einer durch die Corona-Krise bedingten Insolvenz nicht fortführen kann.

Die Übernahmeprämie beträgt einmalig 3.000 Euro für jeden Ausbildungsvertrag und wird nach erfolgreicher Beendigung der Probezeit ausgezahlt.

 

Wo müssen die einzelnen Prämien beantragt werden?

Zuständig für die Umsetzung dieser Richtlinie ist die Bundesagentur für Arbeit. Die regionale Umsetzung erfolgt durch die jeweilige Agentur für Arbeit, in deren Bezirk der Ausbildungsbetrieb liegt. Dort erhalten Sie dann auch die entsprechenden Antragsformulare.

Die Förderrichtlinie

 www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/bundesprogramm-ausbildungsplaetze-sichern

Zu den Anträgen und Bescheinigungen zum Download



In welchem Verhältnis steht das neue Bundesprogramm zu den bisherigen Förderprogrammen des Landes Hessen?

Auch die hessische Landesregierung hat Förderprogramme aufgelegt, die Ausbildungsbetriebe fördern, wenn Sie bereits begonnene Ausbildungen fortführen, neu mit Ausbildungen beginnen oder Auszubildende aus Insolvenzbetrieben übernehmen. In welchem Verhältnis diese Programme zum neuen Bundesprogramm stehen und wo die Unterschiede bestehen wird in dem anliegenden Handout des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen anschaulich dargestellt.

 Information zur Ausbildungsförderung während der Corona-Pandemie

DieAusbildungsberater der Handwerkskammer Wiesbaden stehen den Ausbildungsbetrieben bei Fragen zu den einzelnen Förderprogrammen gerne zur Verfügung.

Ausbildungsprämie Grafik
Bundesregierung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung bietet auf seiner Seite eine Übersicht mit den Antworten auf die wichtigsten Fragen

 FAQ des BMBF

 Info der Bundesregierung

Maletzke_Andreas_1_0971 Handwerkskammer Wiesbaden

Ass. jur. Andreas Maletzke

Abteilungsleiter Ausbildung, Lehrlingsrolle und Gesellenprüfungen

Bierstadter Straße 45
65189 Wiesbaden
Telefon 0611 136-103
Telefax 0611 136-8103
andreas.maletzke--at--hwk-wiesbaden.de