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Hannes Harnack

Das Förderprogramm "Ausbildungsplätze sichern"

Hier finden Sie aktuelle Unterstützungsangebote des Bundes und der hessischen Landesregierung.

Mit dem Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" möchte die Bundesregierung verhindern, dass die Corona-Krise zu einer Krise für die berufliche Zukunft junger Menschen wird. Es besteht nämlich ein erhebliches Bundesinteresse daran, Ausbildungsplätze auch in der Krise zu schützen und das bisherige Ausbildungsniveau der Ausbildungsbetriebe aufrecht zu erhalten.

Die Förderung nach dieser Richtlinie umfasst insgesamt vier Zuschüsse, mit denen Ausbildungsbetriebe besonders unterstützt werden sollen. Diese müssen nicht zurückgezahlt werden.

Im Einzelnen sind dies:

  • die Ausbildungsprämie
  • die Ausbildungsprämie plus
  • der Zuschuss zur Ausbildungsvergütung zur Vermeidung von Kurzarbeit
  • die Übernahmeprämie für Lehrlinge aus Insolvenzbetrieben.

Da aufgrund der restriktiven Fördervoraussetzungen zum Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" bislang nur wenige Handwerksbetriebe von der Förderung profitieren konnten, hat sich der Zentralverband des Deutschen Handwerks e.V. (ZDH) für eine Anpassung eingesetzt.

Wesentliche Forderungen des Handwerks konnten in einer "Ersten Änderung der Ersten Förderrichtlinie“ aufgegriffen werden, die am 10. Dezember 2020 im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde und am 11. Dezember 2020 in Kraft getreten ist.

Am 17. März 2021 wurde eine Verlängerung und Weiterentwicklung des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“ beschlossen. Die entsprechenden Förderrichtlinien wurden bereits vom Bundeskabinett verabschiedet.

Anbei die wichtigsten Neuerungen:

  • Zur Stabilisierung des Ausbildungsmarkts 2021/22 wird das Programm bis Dezember 2021 verlängert. Die Ausbildungsprämien können also für Ausbildungsverhältnisse beantragt werden, die bis zum 15. Februar 2022 beginnen.

  • Die Definition der Corona-Betroffenheit als Fördervoraussetzung für alle Programmlinien wurde deutlich erweitert und liegt für Ausbildungsverhältnisse, die ab 1. Juni 2021 beginnen, bei einem Monat Kurzarbeit oder einem Umsatzrückgang in einem Monat in Höhe von 30 Prozent vor.

  • Künftig wird zur Verhinderung von Kurzarbeit während der Ausbildung nicht nur die Ausbildungsvergütung, sondern auch die Vergütung der Ausbilder (i. H. v. 50 % des Ausbildergehalts) bezuschusst. Handwerksbetriebe mit einem erheblichen Umsatzrückgang – insbesondere bei amtlich angeordneten Betriebsschließungen – sehen sich bislang häufig gezwungen, für Ausbilderinnen und Ausbilder Kurzarbeitergeld zu beantragen, und sind damit nicht länger anspruchsberechtigt für einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung. Dies ist insbesondere bei Handwerksbetrieben ohne Einkünfte während des Lockdowns existenzbedrohend. Zur Stabilisierung von Ausbildungsverhältnissen wird daher künftig auch die Vergütung von haupt- und nebenamtlichen Ausbilderinnen und Ausbildern sowie von Ausbildungsbeauftragten durch das Bundesprogramm gefördert werden. Dies gilt auch für ausbildende Geschäftsführer bis zu einer Höhe von 2.500 Euro.

  • Es wird ein einmaliger Sonderzuschuss für Kleinstbetriebe (bis 4 Mitarbeiter), die trotz Betroffenheit vom zweiten Lockdown die Ausbildung 30 Tage aufrechterhalten haben, rückwirkend ab November 2020 gezahlt. Betriebe ohne sozialversicherungspflichtige Beschäftigte können keine Kurzarbeit anmelden und haben daher keinen Anspruch auf den Ausbildungszuschuss zur Verhinderung von Kurzarbeit.

  • Die Höhe der Ausbildungsprämien (plus) für das Ausbildungsjahr 2021/2022 und der Übernahmeprämie wurden jeweils verdoppelt.

  • Die Übernahmeprämie wird auf Fälle der Kündigung aus wichtigem pandemiebedingtem Grund und einvernehmlichen Aufhebungsvertrag erweitert.

  • Pandemiebedingt ist die berufsschulische Ausbildung sowie die betriebliche Ausbildung nach amtlich angeordneten Betriebsschließungen seit nahezu einem Jahr von Einschränkungen oder Ausfällen betroffen. Um die Qualität der dualen Ausbildung und das erforderliche Kompetenzniveau der Auszubildenden dennoch zu gewährleisten, werden Lehrgänge zur Prüfungsvorbereitung künftig im Rahmen der zweiten Förderrichtlinie in Höhe von 50 % (maximal 500 Euro und ein Lehrgang pro Auszubildenden) bezuschusst.

  • Die Förderleistungen werden für KMU mit bis zu 499 Beschäftigten (bislang 249 Beschäftigten) geöffnet.

  • Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung werden auch während einer Teilnahme an externen Prüfungsvorbereitungskursen gewährt.

Anbei die einzelnen Prämien im Überblick

Ausbildungsprämie

Mit diesem Zuschuss möchte man Ausbildungsbetriebe motivieren, ihr Ausbildungsniveau trotz der Folgen der Corona-Krise weiterhin aufrecht zu erhalten. Beantragen können die Ausbildungsprämie diejenigen Betriebe, die durch die Corona-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind, aber dennoch Auszubildende einstellen und dadurch die Zahl der für das neue Ausbildungsjahr abgeschlossenen Ausbildungsverträge auf dem durchschnittlichen Niveau der letzten drei Jahre halten. Die Prämie beträgt 4.000 € für jeden für das Ausbildungsjahr 2021 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag (einmaliger Zuschuss).

Ausbildungsprämie plus

Diese Prämie können Ausbildungsbetriebe beantragen, die ihr Ausbildungsniveau trotz der Folgen der Corona-Krise erhöhen. Auch hier muss der Ausbildungsbetrieb durch die Corona-Krise in erheblichem Umfang betroffen sein (s.o.), aber dessen ungeachtet weiterhin Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen und dadurch für das neue Ausbildungsjahr mehr Ausbildungsverträge abschließen, als er es im Durchschnitt der letzten drei Jahre getan hat.

Die "Ausbildungsprämie plus" beträgt einmalig 6.000 Euro für jeden zusätzlichen, d. h. die bisherige durchschnittliche Anzahl übersteigenden Ausbildungsvertrag und wird nach erfolgreicher Beendigung der Probezeit ausgezahlt.

Aktueller Hinweis des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zur Ausbildungsprämie und Ausbildungsprämie Plus im aktuellen Lockdown (Stand 25. Januar 2021):

Kurzarbeit, Betriebsschließungen oder Unterbrechungen der Berufsausbildung führen weder zu einer Rückforderung von bereits gezahlten Ausbildungsprämien oder Ausbildungsprämien Plus noch verhindern sie deren Auszahlung. Neben den weiteren allgemeinen Fördervoraussetzungen ist für die Auszahlung maßgeblich, dass der Auszubildende die Probezeit erfolgreich absolviert hat. Ausbildungsbetriebe, die sich derzeit im Lockdown befinden, können also – wenn sie dies noch nicht getan haben – auch während des noch andauernden Lockdowns ihren Antrag auf eine Prämienzahlung stellen.

Zuschuss zur Ausbildungsvergütung zur Vermeidung von Kurzarbeit

Dieser Zuschuss kann einem Ausbildungsbetrieb gewährt werden, der in seinem Betrieb Kurzarbeit durchführt, aber trotz relevantem Arbeitsausfall aufgrund der Corona-Krise seine Auszubildenden − außerhalb von Zeiten des Berufsschulunterrichts − nicht in Kurzarbeit bringt und auf diese Weise seine laufenden Ausbildungsaktivitäten fortsetzt. Relevant ist ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im Betrieb.

Der "Zuschuss zur Ausbildungsvergütung zur Vermeidung von Kurzarbeit" beträgt 75 Prozent der Ausbildungsvergütung für jeden Auszubildenden und jeden Monat, in dem ein relevanter Arbeitsausfall vorliegt. Bemessungsgrundlage ist das sich auf Grundlage der im Ausbildungsvertrag vereinbarten Ausbildungsvergütung ergebende Arbeitgeber-Brutto ohne Berücksichtigung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Übernahmeprämie für Lehrlinge aus Insolvenzbetrieben

Die Übernahmeprämie wird einem Ausbildungsbetrieb gewährt, der eine Berufsausbildung fortführt, die wegen einer Corona-krisenbedingten Insolvenz des ursprünglich ausbildenden Unternehmens vorzeitig beendet worden ist. Sie wird ferner gewährt, wenn aus wichtigem pandemiebedingtem Grund gekündigt oder einvernehmlich ein Aufhebungsvertrag geschlossen wurde.

Die Übernahmeprämie beträgt einmalig 6.000 Euro für jeden Ausbildungsvertrag und wird nach erfolgreicher Beendigung der Probezeit ausgezahlt.

Zum Download: 

 Alle Prämien des Bundesprogrammes auf einen Blick

Fachliche Weisung zum Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"

 Häufig gestellte Fragen zum Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"



Auszahlung von Förderungen

Um eine schnellere Auszahlung von Förderungen zu erleichtern, ohne dass die Bestandskraft eines Bewilligungsbescheides (Verstreichen der Widerspruchsfrist) abgewartet werden muss, kann auf Rechtsmittel verzichtet werden. Ein solcher Verzicht kann derzeit bereits durch den Betrieb erklärt werden; die Bundesagentur für Arbeit hat jedoch zusätzlich ein entsprechendes (kurzes) Formular für Betriebe in Vorbereitung.



Fördermöglichkeiten während Kurzarbeit, Betriebseinschränkungen oder -schließungen außerhalb der Ersten Förderrichtlinie

Um kurzfristige Liquiditätsengpässe der Ausbildungsbetriebe abzudecken, die sich aus der Weiterzahlungspflicht der Ausbildungsvergütung für sechs Wochen ergeben, wird auf die Überbrückungshilfen II/III verwiesen, die unter den förderfähigen Fixkosten auch die Vergütung von Auszubildenden berücksichtigen.

Wo müssen die einzelnen Prämien beantragt werden?

Zuständig für die Umsetzung dieser Richtlinie ist die Bundesagentur für Arbeit. Die regionale Umsetzung erfolgt durch die jeweilige Agentur für Arbeit, in deren Bezirk der Ausbildungsbetrieb liegt. Dort erhalten Sie dann auch die entsprechenden Antragsformulare.

Die Förderrichtlinie

 www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/bundesprogramm-ausbildungsplaetze-sichern

Zu den Anträgen und Bescheinigungen zum Download



In welchem Verhältnis steht das neue Bundesprogramm zu den bisherigen Förderprogrammen des Landes Hessen?

Auch die hessische Landesregierung hat Förderprogramme aufgelegt, die Ausbildungsbetriebe fördern, wenn Sie bereits begonnene Ausbildungen fortführen, neu mit Ausbildungen beginnen oder Auszubildende aus Insolvenzbetrieben übernehmen. In welchem Verhältnis diese Programme zum neuen Bundesprogramm stehen und wo die Unterschiede bestehen wird in dem anliegenden Handout des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen anschaulich dargestellt.

 Information zur Ausbildungsförderung während der Corona-Pandemie

DieAusbildungsberater der Handwerkskammer Wiesbaden stehen den Ausbildungsbetrieben bei Fragen zu den einzelnen Förderprogrammen gerne zur Verfügung.



Neues Föderprogramm:

 Förderprogramm Verbundausbildung

Mit dem neuen "Förderprogramm für Verbundausbildung in kleinen und mittleren Unternehmen während der Corona-Pandemie" will die hessische Landesregierung dem Ausbildungsmarkt, der unter den Folgen der Corona-Pandemie leidet, Schwung verleihen.

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www.fotografiemh.de - Merle Busch

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung bietet auf seiner Seite eine Übersicht mit den Antworten auf die wichtigsten Fragen

 Info der Bundesregierung

Maletzke_Andreas_1_0971 Handwerkskammer Wiesbaden

Ass. jur. Andreas Maletzke

Abteilungsleiter Ausbildung, Lehrlingsrolle und Gesellenprüfungen

Bierstadter Straße 45
65189 Wiesbaden
Telefon 0611 136-103
Telefax 0611 136-8103
andreas.maletzke--at--hwk-wiesbaden.de