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Das Gebäudeenergiegesetz ist in Kraft getreten

Am 1. November 2020 ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG) in Kraft getreten.

Damit wurden die bisherigen Regeln der Energieeinsparverordnung (EnEV), des Energieeinspargesetzes (EnEG) und des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) in einem Regelwerk zusammengeführt.

Zentrale Punkte des GEG sind:

Niedrigstenergiegebäudestandard

Mit dem GEG hat die Bundesregierung für private, gewerbliche und öffentliche Neubauten einen Niedrigstenergiegebäudestandard eingeführt. Dieser entspricht dem Niveau des KfW-Effizienzhaus-Standard 70 und stellt derzeit keine Verschärfung dar. Eine Überarbeitung des Standards ist für 2023 vorgesehen.



Energieberatung – Hinweispflicht

Unter bestimmten Umständen sind Eigentümer von Wohngebäuden mit bis zu zwei Wohnungen verpflichtet, ein "informatorisches Beratungsgespräch" mit einem Energieberater (nach § 88 GEG zur Ausstellung von Energieausweisen berechtigte Person) zu führen.

  • Wenn Außenbauteile nach Anlage 7 erneuert oder erstmalig eingebaut werden und dazu Berechnungen für das gesamte Gebäude (§ 50 GEG) durchgeführt werden. Das Gespräch muss vor Beauftragung der Planungsleistung geführt werden.
    Handwerker, die in diesem Fall Angebote abgeben, haben auf die Pflicht zur Führung eines Beratungsgesprächs schriftlich hinzuweisen. (§ 48 GEG)
  • Beim Verkauf eines Wohngebäudes mit nicht mehr als 2 Wohnungen hat der Käufer, nachdem ihm der Energieausweis übergeben worden ist, ein "informatorisches Beratungsgespräch" zum Energieausweis mit einem Energieberater zu führen. (§ 80 GEG)

Wichtig: Die Verpflichtung zum "informatorischen Beratungsgespräch" entsteht nur, wenn dieses unentgeltlich als separate Leistung angeboten wird.

Um der geforderten Hinweispflicht von Handwerkern, die Außenbauteile erneuert oder erstmalig eingebaut haben, gerecht zu werden, kann der Handwerker sein Angebot um einen Hinweis auf die Verpflichtung oder ein separates Schreiben, das auf diese Pflicht und auf die besonderen Fördermöglichkeiten für tiefergehende kostenpflichtige Energieberatungen hinweist, ergänzen.



Energieberatung – Energieausweise für Nichtwohngebäude

Qualifizierte Gebäudeenergieberater des Handwerks dürfen nun auch Energieausweise für Nichtwohngebäude erstellen. Ihre grundlegende Weiterbildung darf jedoch nicht auf Wohngebäude eingeschränkt sein. Gegebenenfalls müssen entsprechende Weiterbildungen für Nichtwohngebäude absolviert werden.



Berechnungsverfahren

Ab 2024 darf jedoch nur noch das Berechnungsverfahren nach DIN V 18599 angewendet werden. Bis 31. Dezember 2023 können weiterhin die bisherigen Berechnungsverfahren nach DIN 4108-6/DIN 4701-10 Anwendung finden.



Nutzung erneuerbarer Energien

Die beim Neubau bestehende Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien kann künftig auch durch die Nutzung von gebäudenah erzeugtem EE-Strom erfüllt werden. Dafür ist ein Deckungsanteil von mindestens 15 % des Wärme- und Kältebedarfs erforderlich.



Einbauverbot von Ölheizungen ab 2026

Eine weitere Neuerung ist, dass ab dem Jahr 2026 keine reinen Ölheizungen mehr verbaut werden dürfen. Hiervon gibt es jedoch Ausnahmen.

Bei weiteren Fragen hierzu oder gewünschten Informationen, wenden Sie sich gerne an unsere Umweltberater:

Dunschen_Günter_0443 Handwerkskammer Wiesbaden

Dipl.-Ing. (FH) Günter Dunschen
Abteilungsleiter Technologie-, Umwelt- und Digitalisierungsberatung

Telefon 0611 136-159
Telefax 0611 136-8159
guenter.dunschen--at--hwk-wiesbaden.de

Simon_Hans-Peter_0452 Handwerkskammer Wiesbaden

Dipl.-Biol. Hans-Peter Simon
Stv. Abteilungsleiter Technologie-, Umwelt und Digitalisierungsberatung

Telefon 0611 136-164
Telefax 0611 136-8164
hans-peter.simon--at--hwk-wiesbaden.de