Entstehung und Entwicklung

Rechtsgrundlage des Handwerks und seiner Organisationen in Deutschland ist das „Gesetz zur Ordnung des Handwerks": die Handwerksordnung oder HwO. Die Handwerksordnung trat am 24. September 1953 in Kraft und wurde seither mehrfach geändert und ergänzt. Hier sind drei wegweisende Meilensteine:

1953:
Mit der ersten Fassung der Handwerksordnung wurde eine einheitliche gesetzliche Grundlage für das Handwerk geschaffen. Der handwerkliche Befähigungsnachweis (Meisterprüfung) wurde als Regelzugang zur Ausübung eines Handwerks verankert. Dieser Befähigungsnachweis gibt 3 Rechte:

  • Eintragung in die Handwerksrolle und damit berechtigte Ausübung
  • Führung des Meistertitels
  • Berechtigung zum Einstellen und Ausbilden von Lehrlingen.

Im Gewerbeverzeichnis waren ursprünglich 125 zulassungspflichtige Handwerke aufgeführt.

1965:
Mit der HwO-Novelle 1965 wurden die handwerksähnlichen Gewerbe eingeführt. Sie können ohne Meisterprüfung ausgeübt werden. Beschäftigung und Umsatz in diesen Gewerken sind aber nur marginal. Sie sind deshalb von geringer wirtschaftlicher Bedeutung.

2004:
Die letzte große Änderung der Handwerksordnung trat am 1. Januar 2004 in Kraft. In der novellierten Fassung wurde die Zahl der zulassungspflichtigen Handwerke von 94 auf 41 reduziert. Qualifizierte Gesellen, Ingenieure, Hochschulabsolventen und staatlich geprüfte Techniker und gleichwertige Abschlüsse können sich nun in fast allen zulassungspflichtigen Handwerken selbständig machen.