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Handwerksbetriebe mit gut gefüllten Auftragsbüchern

Laut der aktuellen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Wiesbaden verlief das erste Quartal 2019 überraschend positiv für die Handwerksbetriebe im Wiesbadener Kammerbezirk.

Die Auftragsbücher der Handwerksbetriebe in Ober-, West- und Mittelhessen sind gut gefüllt. 90 Prozent der befragten Betriebsinhaber berichten von einer guten oder zufriedenstellenden Geschäftslage von Januar bis März 2019.

Als Gründe nannten Präsident Klaus Repp und Hauptgeschäftsführer Bernhard Mundschenk steigende Einkommen sowie die hohe Zahl der Baugenehmigungen: "Denn insbesondere die Bau- und Ausbauhandwerke sind für diese positive Entwicklung verantwortlich." Die Auslastung der betrieblichen Kapazitäten lag in den ersten drei Monaten des Jahres bei gut 80 Prozent und somit fast exakt auf dem gleichen Niveau wie zu Beginn des Boomjahres 2018.

Vor allem die Betriebe des Bauhandwerks arbeiten an ihrer Kapazitätsgrenze: 57 Prozent teilen mit, voll ausgelastet zu sein, weitere acht Prozent haben sogar eine Auslastung von über 100 Prozent. Dies erklärt die teilweise lange Wartezeit der Kundschaft auf freie Termine oder die Ablehnung von unattraktiven Aufträgen. 

Fachkräftemangel bleibt das drängendste Problem 

Der Fachkräftemangel im handwerklichen Arbeitsmarkt bereitet weiterhin Sorgen. Von Januar bis März 2019 war der Beschäftigtensaldo erneut negativ. "Über alle Handwerksgruppen hinweg haben zwar zehn Prozent der Betriebe neue Beschäftigte eingestellt, zugleich verkleinerte sich aber bei 15 Prozent die Belegschaft", stellten die Kammervertreter fest.

Personalverluste durch Ruhestand oder Abwerbung aus anderern Branchen belasten das Handwerk. Mehrheitlich hielten die Handwerksbetriebe an gut ausgebildeten Fachkräften fest (75 Prozent), aber trotz guter Konjunktur kommt ein Beschäftigungsaufbau nur schleppend voran.  Wenn die Betriebe geeignete Mitarbeiter auf dem handwerklichen Arbeitsmarkt finden, könnte sich diese Bilanz im nächsten Quartal verbessern, denn zehn Prozent wollen in den nächsten drei Monaten Einstellungen vornehmen und lediglich fünf Prozent rechnen mit einer weiteren Reduzierung. 

Erwartungen: Wachsende Unsicherheit, aber kein Pessimismus 

Angesichts der sich verschlechternden Konjunkturprognosen und des leergefegten Fachkräftemarkts schwächen sich die Geschäftserwartungen der Handwerksbetriebe geringfügig ab. Einen weiteren Anstieg der Auftragseingänge in den nächsten drei Monaten erwarten 21 Prozent und damit deutlich weniger Betriebe als im Vorjahreszeitraum (30 Prozent).

Eine Wachstumsdynamik ähnlich dem Vorjahr wird somit wohl nicht mehr erreicht, dennoch bleiben die Aussichten gut: Für das zweite Quartal erwarten 20 Prozent eine Verbesserung der Geschäftslage und lediglich sieben Prozent rechnen mit einer Verschlechterung. Es überwiegen hier die Stimmen, die von einer gleichbleibenden Entwicklung ausgehen.

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Dirk Kornau M.A.

Abteilungsleiter Kommunikation und Veranstaltungen

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