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Marketing Handwerk GmbH

Handwerkskonjunktur: Krise noch nicht ausgestanden

Leichte Verbesserung gegenüber dem Vorquartal

Die Stimmung im heimischen Handwerk schwankt zum Ende des dritten Quartals zwischen einer weiteren Erholung und neuen Bedenken. Zwar bezeichneten in der aktuellen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Wiesbaden 41 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als "gut" und weitere 37 Prozent als "befriedigend" – und damit noch einmal leicht verbessert gegenüber dem Vorquartal, aber im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 ist dies ein Rückgang von acht, bzw. vier Punkten. "Der Abstand zum Vorjahr zeigt nach wie vor, dass sich das Handwerk noch nicht wieder ganz erholt hat", so Kammerpräsident Stefan Füll. Und leider weichen die hoffnungsvollen Signale einer schnellen Erholung schon wieder einer neuen Ernüchterung. Die Umfrage lief bis zum 9. Oktober 2020, so dass der beunruhigende Pandemieverlauf seither keinen Eingang in die Antworten der Handwerksbetriebe gefunden hat. 

Die verschiedenen Gewerke wurden von den Folgen der Pandemie unterschiedlich getroffen, das spiegelt sich auch in den aktuellen Lageeinschätzungen wider. Nach wie vor berichtet das Bau- und Ausbaugewerbe von einer guten Geschäftslage. Neun von zehn Betrieben vermelden eine gute oder zufriedenstellende Situation und Auslastungsgrade von weit über 80 Prozent. Die Corona-Krise schlägt sich noch immer nicht in den Auftragsbüchern der Baubranche nieder. Höchststände werden vom Baugewerbe berichtet: hier liegen im Schnitt Order für die kommenden 14,6 Wochen vor. Zahlreiche Betriebe im Kfz-Handwerk sowie im Lebensmittelhandwerk verharren hingegen im Krisenmodus. Für viele Bäcker, Konditoren und Fleischer gibt es nach wie vor Ausfälle im Gastronomiebereich, bei Zulieferungen an Gaststätten und Kantinen sowie im Partyservice. Zudem könnten diese Umsatzanteile noch weiter sinken, sobald schärfere Corona-Beschränkungen gelten. Beim Kfz-Handwerk scheinen die in den Medien angekündigten Nachholeffekte durch verschobene Autokäufe noch nicht angekommen zu sein.

Auswirkungen auf den handwerklichen Arbeits- und Ausbildungsmarkt

Der handwerkliche Arbeits- und Ausbildungsmarkt entwickelt sich weiterhin ungünstig. Durch Kurzarbeit und Finanzhilfen konnten zwar bisher viele Beschäftigungsverhältnisse weitgehend stabilisiert werden, aber schon frühzeitig zeichnete sich ein coronabedingter, deutlicher Rückgang der Zahl der Ausbildungsanfänger ab. In der Pandemie war es schwierig, junge Menschen an die handwerklichen Berufe durch Praktika und Ausbildungsmessen, die alle ausgefallen sind, heranzuführen. Während der Saldo der Beschäftigtenentwicklung im Herbst normalerweise positiv ist, war der Anteil der Betriebe mit Reduzierungen des Personalbestandes in diesem Herbst um zwei Prozent größer als der Anteil der Betriebe mit Personalzuwachs. Einen positiven Saldo verzeichneten nur die Bau- und Ausbaubetriebe. 

Ausblick auf das 4. Quartal

Es wird immer deutlicher, dass die Krise noch lange nicht ausgestanden ist. Ein beträchtlicher Teil der befragten Betriebe hat noch immer schwer zu kämpfen, für das 4. Quartal schwanken die Erwartungen zwischen Hoffen und Bangen. "Dem Handwerk steht zumindest ein durchwachsener Jahresausklang bevor. Eine nachhaltige Verbesserung der Gesamtlage erhoffen wir uns erst im Laufe des kommenden Jahres", so Füll.

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Dirk Kornau M.A.

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