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Im heimischen Handwerk läuft es noch immer rund.

Im Konjunkturbericht wird jedoch deutlich, das der Zukunftsoptimismus nachlässt.

90 Prozent der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Wiesbaden berichten für das 3. Quartal von einer guten oder stabilen Geschäftslage. Die Betriebsauslastung bleibt mit 82 Prozent hoch. „Leicht sinkende Auftragseingänge deuten allerdings an, dass die Handwerkskonjunktur den sehr dynamischen Wachstumspfad der letzten Quartale verlässt. Dies ist vor allem den nachlassenden Ordereingängen bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf geschuldet, die stärker von der schwächelnden Industriekonjunktur, als andere Branchen, betroffen sind“, so Kammerhauptgeschäftsführer Bernhard Mundschenk. Die vierteljährliche Konjunkturumfrage findet unter rund 1.000 Betrieben aus dem Kammerbezirk statt.

Geschäftslage seit neun Jahren positiv

Die Betriebsinhaber bewerten ihre aktuelle Geschäftslage schon das neunte Jahr in Folge ausgesprochen positiv. Das hohe Niveau des ersten Halbjahres 2019 wird erneut erreicht: 49 Prozent der Betriebe halten ihre derzeitige Geschäftslage für gut, weitere 41 Prozent für zufriedenstellend.

Gute Auslastung, lange Wartezeiten für die Kunden

Über alle Handwerksgruppen hinweg lasten die vorhandenen Aufträge die Betriebe für die kommenden neun Wochen aus – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahresquartal um fast eine Woche. Im Bauhauptgewerbe müssen Kunden aktuell zwölfeinhalb Wochen warten, im Baunebengewerbe stehen im Durchschnitt Aufträge für zehneinhalb Wochen in den Büchern. Für die Zukunft zeichnet sich jedoch gegenüber dem Vorjahresquartal ein leichter Rückgang der Nachfrage ab.  

Positiver Beschäftigungssaldo

Das 3. Quartal weist einen positiven Beschäftigungssaldo aus. Es gab mehr Betriebe, die Mitarbeiter einstellten (18 Prozent), als Betriebe, die Entlassungen vornahmen (13 Prozent). Hinsichtlich der Gewinnung von Fach- und Nachwuchskräften ist in absehbarer Zeit kaum Entlastung zu erwarten. Zwar hat die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt nachgelassen und die Industrie baute jüngst sogar Stellen ab. Dennoch bleibt die Zahl der offenen Stellen weiterhin hoch.

Erwartungen – Stimmungshoch flaut ab

Gegenüber dem großen Optimismus im Vorjahr ist die Stimmungslage verhaltener. Mundschenk betont: „Die abflauende Stimmung darf an dieser Stelle jedoch nicht überbewertet werden. Wir kommen von einem ungewöhnlich hohen Ausgangsniveau in den vorhergehenden Quartalen. Das Wachstum stößt aktuell an seine Grenzen.“ Aus Sicht der Befragten sei dies aber nicht gleichbedeutend mit einem bevorstehenden konjunkturellen Einbruch, denn die Betriebsinhaber aus dem Kammerbezirk gehen überwiegend für das kommende Quartal von einer Fortschreibung der guten Konjunktur aus. So erwarten 75 Prozent der Betriebe eine gleichbleibende Geschäftslage und immerhin zwölf Prozent sind auf Wachstumskurs.

Maja Ebertshäuser B.A.

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