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Stephan Franz Ferdinand Dinges

Kammern für neue Brücken über den Rhein

Die Theodor-Heuss-Brücke wurde vom 12. Januar bis 6. Februar 2020 gesperrt. Pendler mussten ausweichen.

Vor dem Hintergrund der Sperrung der Theodor-Heuss-Brücke betonen die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern Wiesbaden und Rheinhessen die dringende Notwendigkeit des Baus von weiteren Rheinbrücken. Für die eng vernetzte Wirtschaft der beiden Landeshauptstädte seien schnelle Verbindungen über den Rhein essentiell.

Angesichts der gravierenden negativen Auswirkungen einer wochenlangen Komplettsperrung dieser eminent wichtigen Verkehrsader für Betriebe und Mitarbeiter bedürfe es für Betriebe unbürokratischer und schneller Ausnahmegenehmigungen.

 

Grenzen der Infrastruktur

Die Sperrung der Brückenquerung zeige einmal mehr, wie schnell die jetzige Infrastruktur an ihre Grenzen stößt. Dem enorm gestiegenen Verkehrsaufkommen müsse endlich durch eine zeitgemäße Infrastruktur entsprochen werden. Mit Brückenbauten aus den 1960er Jahren lasse sich das Verkehrsaufkommen von heute nicht bewältigen. Deshalb ist nach Ansicht der Wirtschaftskammern links und rechts des Rheins sowohl eine weitere  Rheinquerung zwischen den beiden Landeshauptstädten als auch zwischen Rüdesheim und Bingen standort- und wirtschaftspolitisch absolut notwendig.

Die Landeshauptstädte und die Landkreise Rheingau-Taunus und Mainz-Bingen verbindende neue Brücken könnten erheblich zur Belebung der Wirtschaftstätigkeit auf beiden Rheinseiten beitragen. Gleichzeitig würde damit die Mobilität der Mitarbeiter gefördert und unnötige Umfahrungen vermieden werden, was nicht zuletzt der Umwelt zugutekomme.

 

Planungssicherheit hat oberste Priorität

Für die Wirtschaftskammern genießt Planungssicherheit oberste Priorität. Deshalb müssten die Sanierungsarbeiten auch in der eingeplanten Frist von vier Wochen abgeschlossen werden. Es stelle sich die Frage, warum mit den Sanierungsarbeiten erst exakt zu Ende der Schulferien in Hessen begonnen werde und nicht die aufgrund der Schulferien deutlich verkehrsärmere Zeit genutzt wurde. Auf Unverständnis stößt bei der regionalen Wirtschaft auch die Informationspolitik der Politik. Von der Sperrung der Theodor-Heuss-Brücke habe man erst aus den Medien erfahren. Dies gelte auch für die angekündigte Sanierung der Weisenauer Brücke.



Brücken-Befragung zeigt Bedeutung einer guten Infrastruktur

Stichprobe der Wirtschaftskammern Wiesbaden und Rheinhessen: Sperrung der Theodor-Heuss-Brücke trifft 90 Prozent der Betriebe im Umkreis

Ob eingeschränkte Erreichbarkeit für Kunden oder verspätete Mitarbeiter: Die Sperrung der Theodor-Heuss-Brücke trifft fast alle Unternehmen in deren Umkreis, ein Großteil von ihnen berichtet von wirtschaftlichen Einbußen. Dazu zählen vor allem kleine Betriebe und Handwerker mit unmittelbaren Geschäftsbeziehungen auf die andere Rheinseite. Das zeigt eine repräsentative Stichprobe der Handwerkskammern sowie der Industrie- und Handelskammern Wiesbaden und Rheinhessen von 23. Januar bis 2. Februar 2020: Dabei wurden Unternehmen und Handwerksbetriebe zu beiden Seiten der Theodor-Heuss-Brücke befragt, ob und wie stark sie die Sperrung in ihrer Geschäftstätigkeit beeinträchtigt. Das Ergebnis macht aus Sicht der Wirtschaftskammern nochmals deutlich, welche Bedeutung schnelle Verbindungen über den Rhein für die eng vernetzte Wirtschaft der beiden Landeshauptstädte haben.

Der Umfrage zufolge sehen sich rund 90 Prozent der Betriebe von der Brückensperrung betroffen. Davon erreichen 78 Prozent ihre Kunden nicht zuverlässig, wiederum 71 Prozent der Betriebe sind selbst nur eingeschränkt erreichbar. Das betrifft auch die Mitarbeiter: So berichten zwei Drittel der Unternehmen, dass ihre Beschäftigten Schwierigkeiten haben, pünktlich an ihren Arbeitsplatz zu gelangen. Eingeschränkte Erreichbarkeit, Umwege und Verspätungen ziehen für die Betriebe auch finanzielle Einbußen nach sich: So gaben 62 Prozent der Unternehmen an, dass ihnen durch die Sperrung ein wirtschaftlicher Schaden entsteht. Durchschnittlich wird dieser auf einen niedrigen fünfstelligen Betrag beziffert. 45 Prozent der Betriebe hätten Bedarf an einer Ausnahmegenehmigung zur Befahrung der Theodor-Heuss-Brücke gehabt.

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Dirk Kornau M.A.

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