Herzhaftes aus Mittelhessen
Franz Ewert

Mit Herz und allen Sinnen

Mittelhessischer Bäcker, Fleischer, Brauer und ein Müller luden ins Berufsbildungs- und Technologiezentrum Lahn-Dill in Wetzlar zu einem herzhaft-kulinarischen Erlebnis ein.

Wenn Brotsommelier Bernd Wett­laufer sein Weizenbaguette be­schreibt, klingt es fast wie eine Liebeserklärung: Er schwärmt von dem Kakaomantel, der Kruste, der offenen Porung und dem wattig-weichen Inhalt. Es ist nicht nur das Storytelling, das der „Rockenbäcker“ virtuos be­herrscht. Es ist vor allem die in seinen Betrieben produzierte Qua­lität, die dazu führte, dass die Zu­hörer des Schau- und Probierevents der Handwerkskammer Wiesbaden zu seinem Stand in Schaaren kamen. Während im vergangenen Jahr der süße Genuss im Vordergrund stand, ging es in der zweiten Auflage um „Herzhaftes aus Mittelhessen – ein kulinarisches Erlebnis“.

Präsident Klaus Repp lud die zahlreichen Gäste im Casino des "Arnold-Spruck-Hauses" in Wetzlar zu einer Sinnesreise ein. Viele Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und der Handwerksorganisation waren unter ihnen. Insbesondere der Europabeigeordnete für Hessen, Michael Gahler, und der Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Irmer erhielten den Auftrag, als Botschafter für das Handwerk in Berlin und Brüssel zu werben.

"Essen ist ein Bedürfnis, Genießen jedoch eine Kunst", sagte Klaus Repp.

An verschiedenen Stationen konnten sich die Besucher vom Genusshandwerk überzeugen. Bäcker, Fleischer, Brauer und ein Müller stellten ihre Arbeit vor. Alle Betriebe kamen aus dem Kammerbezirk: Bäcker-Obermeister Michael Homberg aus Driedorf, die Bäckermeister Bernd und Fabio Wettlaufer aus Rockenberg, Obermeisterin Dr. Bettina Hardtert von der Metzgerei Manz aus Hüttenberg, Fleischermeister Jan Zimmermann vom Landgasthof "Zur Bernstadt" aus Schöffengrund und Brauer Jörg Schmidt der Dorfbrauerei Burkhards aus Schotten. Zudem verwöhnte die Firma von Hans-Jürgen Pissulla, Gastro-Technik aus Langgöns, mit Kaffeespezialitäten. Vertreten, wenn auch nicht persönlich, waren die Mühle Philippi aus Schöneck und die Bäckerei Wagner aus Nidda.

Es sei eine Schnapsidee unter Kumpeln gewesen, die ihn dazu bewegt hatte, in der Waschküche seiner Großmutter ein eigenes Pils zu brauen, erzählte Jörg Schmidt von der Dorfbrauerei Burkhards dem Moderator des Nachmittags, Kai Völker vom Hessischen Rundfunk. Aus einem Gemisch aus Magnum- und Saphirhopfen, Malz, Hefe und Wasser entstand nach zahlreichen Brauversuchen und ungewollten Bierduschen ein süffiges Bier. Es ist ein Helles, das ohne jegliche künstliche Zusatz- und Geschmacksstoffe oder gar Entflockungsmittel auskommt. Im Oktober 2016 schenkte er zum ersten Mal offiziell sein "Bunker-Bräu" aus.

Beneidenswerte Qualität und Vielfalt

Die heutigen Kunden sind aufgeschlossen und an einer regionalen Herstellung mit qualitätsvollen Zutaten interessiert, informierte Bernd Wettlaufer in der nächsten Präsentation mit dem Titel "Wie wird bekömmliches Brot hergestellt?" Weltweit würden die deutschen Bäcker um ihre Brotqualität und Vielfalt beneidet. Wenn der Bäcker ein besonderes Brot backt, sollte er auch in der Lage sein, über die Besonderheiten zu erzählen. Der Teig in der "Rockenbäckerei" ruht bis zu 24 Stunden, erzählte sein Sohn Fabio, Bäckermeister in der 6. Generation, dem Publikum. Diese lange Reifezeit verleiht dem Brot das Aroma. Dabei wird auf jegliche Backmittel und Zusatzstoffe verzichtet. Das Team setzt gänzlich auf Natursauerteig ergänzt mit besonderen Zutaten. Das können Äpfel, Aprikosen, aber auch Kurkuma, Sepia oder Lakritze sein. Gerne verarbeiten die Bäckermeister auch Urgetreidesorten wie Dinkel, Emmer, Durum und Einkorn.

Dass ein mit Sepia verfeinertes Weizenbrot ungewöhnlich aussieht, jedoch bestens schmeckt, davon konnten sich die Besucher bei der Verkostung des Pulled Pork-Burgers überzeugen. Jan Zimmermann ist Meister im Fleischerhandwerk und Fleischersommelier aus Schöffengrund und hat Steaks vom Schwein und Rind aus seinen "Dry Agern" im Angebot.

"Die Veranstaltung war ein gelungener Auftakt, um die Leistungsfähigkeit des heimischen Nahrungsmittelhandwerks zu präsentieren und gerade dieser Sparte eine Plattform zu bieten", zog Bernhard Mundschenk, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Wiesbaden, sein Resümee. "Moderator Kai Völker hat es in meinen Augen sehr schön formuliert, indem er sagte, dass unser Motto ‚Herzhaftes aus Mittelhessen’ nicht nur auf den Geschmack hinweist. Es sagt auch aus, dass hier mit Herz produziert wird und die Betriebe für die Kunden ansprechbar sind."



Die einzelnen Vorführungen wurden auf eine Leinwand übertragen, so dass jeder Besucher Fertigungsschritte und  Interviews gut verfolgen konnte. Die Firma Mediashots aus Linden hat uns hierbei unterstützt, aus dem gesammelten Material einen Film zusammengeschnitten und uns diesen freundlicher Weise zur Verfügung gestellt. Viel Spaß beim Anschauen.



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Dipl.-Kfm. Britt Fröse M.A.

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