Vertreterinnen und Vertreter der Landeshauptstadt Wiesbaden und des Handwerks nutzten den Jahresempfang für den persönlichen Austausch.
Jahresempfang in WiesbadenHandwerk zwischen Herausforderungen und Aufbruch
Die wirtschaftliche Lage vieler Handwerksbetriebe bleibt angespannt. Hohe Belastungen und zurückhaltende Investitionen prägen weiterhin das Bild. Gleichzeitig gibt es Entwicklungen, die Perspektiven eröffnen und Optimismus wecken. Über diese Herausforderungen und Chancen diskutierten rund 260 Gäste aus Politik, Handwerk, Wirtschaft, Verwaltung und öffentlichem Leben beim Jahresempfang der Handwerkskammer Wiesbaden auf dem Gelände des Berufsbildungs- und Technologiezentrums Wiesbaden II "Robert-Werner-Haus".
Kammerpräsident Stefan Füll verwies in seiner Eröffnungsrede insbesondere auf die Entwicklung am Ausbildungsmarkt. Die Nachwuchsgewinnung bleibe eine der zentralen Aufgaben des Handwerks. Zugleich wachse das Interesse junger Menschen an einer handwerklichen Ausbildung und die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge entwickle sich kammer-, landes- und bundesweit positiv. "Natürlich sind damit nicht alle Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt gelöst. Aber die Richtung stimmt", betonte Füll. Die Handwerkskammer werde deshalb weiter in ihre Bildungsstandorte und eine moderne berufliche Bildung investieren.
Kamen beim Jahresempfang Wiesbaden zusammen (von links): Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Wiesbaden Christiane Hinninger, stellvertretender Hessischer Ministerpräsident Kaweh Mansoori, Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden Stefan Füll und Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Wiesbaden Pierre Schlosser.
Das Präsidium der Handwerkskammer Wiesbaden mit Hauptgeschäftsführer Pierre Schlosser beim Jahresempfang Wiesbaden (von links): Präsident Stefan Füll, Vizepräsident Joachim Wagner, Hauptgeschäftsführer Pierre Schlosser und Vizepräsident Andreas Brieske.
Gemeinsam an besseren Rahmenbedingungen arbeiten
Wiesbadens Bürgermeisterin Christiane Hinninger unterstrich die Bedeutung des Handwerks für die Landeshauptstadt. Rund 3.400 Handwerksbetriebe mit etwa 16.000 Beschäftigten stünden für Arbeitsplätze, Ausbildung und Wertschöpfung. "Ohne Handwerk läuft hier nämlich gar nichts", so Hinninger mit Blick auf Wohnungsbau, Sanierung, Mobilität und Klimaschutz. Als wichtigen Baustein der Zusammenarbeit hob sie die gemeinsam entwickelte Handwerk-sagenda Wiesbaden 2030 hervor. Auch in finanziell schwierigen Zeiten halte die Stadt an ihrer Förderung der beruflichen Bildung fest.
Hauptgeschäftsführer Pierre Schlosser stellte den gemeinsamen Gestaltungs-willen in den Mittelpunkt. Die Gespräche des Abends seien von Aufbruch und dem Wunsch geprägt, Dinge gemeinsam voranzubringen. "Wir wollen die Zukunft gestalten", fasste Schlosser den Anspruch zusammen.
Den politischen Schlusspunkt des Abends setzte der stellvertretende Hessische Ministerpräsident Kaweh Mansoori. Er bezeichnete die enge Zusammenarbeit zwischen Politik und Handwerk angesichts von Fachkräftemangel, Energie- und Wärmewende als besonders wichtig. Die höhere Meisterprämie, die Reform des Hessischen Vergabe- und Tariftreuegesetzes und der Ausbau der beruflichen Orientierung seien wichtige Schritte. Gleichzeitig seien weitere Reformen notwendig, damit Betriebe wirtschaftlich arbeiten und sich die Menschen handwerkliche Leistungen weiterhin leisten könnten. "Wir werden uns aus dieser Krise nicht heraussparen, sondern wir werden aus ihr herauswachsen", machte Mansoori deutlich.