EFRE-Förderung 2026 bis 2028Sonderberatungsstellen der Handwerkskammer Wiesbaden
Die Sonderberatungsstellen der Handwerkskammer Wiesbaden werden gefördert und finanziell unterstützt über eine Zuwendung des Landes Hessen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)
Die Zuwendung des Landes Hessen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für die Sonderberatungsstellen der Handwerkskammer Wiesbaden 2026 bis 2028 soll in Hessen zur Steigerung des nachhaltigen Wachstums und der Wettbewerbsfähigkeit von KMU sowie zur Schaffung von Arbeitsplätzen in KMU dienen, indem die Handwerkskammer Wiesbaden gezielte Beratungsangebote in den Bereichen Digitalisierung, Energie-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsberatung sowie Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung bereitstellt. Durch individuelle und praxisnahe Beratung werden Betriebe bei der Einführung moderner Technologien, der Umsetzung nachhaltiger Prozesse und der Einhaltung von Arbeitsschutzvorschriften unterstützt. Die Anlaufstellen fördern den Wissenstransfer, bieten Formate wie Webinare und Seminare an und helfen, gesetzliche Vorgaben in konkrete Maßnahmen zu übersetzen. So werden KMU befähigt, aktuelle Herausforderungen zu meistern, ihre Innovationskraft zu stärken und langfristig wettbewerbs- und zukunftsfähig zu bleiben.
Beratungsfeld Digitalisierung
Die Anlaufstelle für Digitalisierung bietet Orientierung zu digitalen Werkzeugen und Prozessen, die den gesamten Betriebsablauf abbilden: Von der Kundengewinnung und Mitarbeiterbindung über die Auftragsabwicklung bis hin zur Buchhaltung. Angesichts der stetig wachsenden Vielfalt an KI-Anwendungen und Softwarelösungen unterstützt der Berater, als verlässlicher Lotse, bei der Auswahl passender Strategien. Gemeinsam mit den Betrieben werden geeignete Konzepte entwickelt und darauf aufbauend passende Produkte oder Lösungswege ermittelt. Neben individuellen Beratungen erfolgt die Sensibilisierung zusätzlich durch Veranstaltungen und Webinare. Darüber hinaus fungiert die Anlaufstelle als Impulsgeber für die Digitalisierung im Handwerk. Um frühzeitig relevante Themen zu erkennen und gezielt weiterzugeben, besteht eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen, Institutionen und Netzwerkpartnern.
Zur praktischen Unterstützung der Mitgliedsbetriebe bietet die Beratungsstelle ein umfassendes Onlineangebot mit dem Titel „Homepage- und Social-Media-Check“. Im Mittelpunkt steht eine persönliche Beratung zum Aufbau und zur Optimierung der firmeneigenen Onlinepräsenz. In einer 45-minütigen Videokonferenz werden gemeinsam mit einem weiteren Experten die Unternehmenswebsite sowie der Auftritt auf unterschiedlichen Plattformen analysiert. Auf dieser Grundlage erhalten die Betriebe klare, praxisnahe Handlungsempfehlungen. Diese können entweder direkt selbst umgesetzt oder an die betreuende Agentur weitergegeben werden, sodass sich der Onlineauftritt unmittelbar und messbar verbessert. Ergänzend zu diesem Beratungsformat finden über das Jahr verteilt verschiedene Online-Impulsveranstaltungen zu aktuellen Themen wie „Mitarbeitergewinnung über Social Media“ statt. Hierbei wird das Ziel verfolgt praxisorientiertes Wissen speziell für das Handwerk sowie konkrete und leicht umsetzbare Tipps für die betriebliche Präsenz auf Plattformen wie Instagram oder TikTok zu vermitteln.
Als Netzwerkpartner des Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk begleitet die Anlaufstelle derzeit die Veranstaltungsreihe „Digitalisierungswerkstatt Künstliche Intelligenz“, um Handwerksbetriebe für den praktischen Einsatz von KI zu sensibilisieren und die vielfältigen Potenziale digitaler Technologien sichtbar zu machen.
Darüber hinaus vermittelt die Anlaufstelle fundiertes Wissen im Bereich IT-Sicherheit und stärkt damit die digitale Resilienz der Betriebe. Der Beratungsansatz ist auf schnelle, wirksame Unterstützung ausgerichtet, stets mit dem klaren Fokus auf den Menschen und nicht allein auf die Technik.
Um nachhaltige Digitalisierungserfolge zu fördern, wird gezielt der Wissenstransfer zwischen digital fortgeschrittenen und neu beratenden Handwerksbetrieben gefördert. So werden Betriebe, die bereits erfolgreiche Lösungen einsetzen, mit jenen vernetzt, die noch auf der Suche nach geeigneten Ansätzen sind. Dieser praxisnahe Austausch trägt maßgeblich dazu bei, den digitalen Fortschritt im Handwerk dauerhaft zu stärken.
Beratungsfeld Energie-, und Umwelt-, und Nachhaltigkeitsberatung
Die Transformation im Bereich Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft erfordert praxisnahe Begleitung. Betriebe stehen vor neuen Vorgaben und zugleich ergeben sich Chancen durch energetische Sanierung, Einsatz erneuerbarer Energien und ressourcenschonende Prozesse. Hierbei ergeben sich beispielsweise folgende Handlungsfelder:
Die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung, die fachgerechte Trennung von Abbruchabfällen sowie das breite Spektrum der energetischen Sanierung. Gerade in diesen Bereichen liegt ein erhebliches Marktpotenzial für das Handwerk. Hierzu kommen Fragestellungen, etwa zur Anwendung von Handwerkerausnahmen bei der LKW-Maut oder der Tachographenpflicht.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Standortberatung für Existenzgründer im Hinblick auf Energie- und Umweltthemen. Bereits in der Gründungsphase werden geeignete Standortentscheidungen unter ökologischen und energetischen Gesichtspunkten geprüft, um von Beginn an effiziente Strukturen zu schaffen, Kostenrisiken zu reduzieren und nachhaltige Geschäftsmodelle zu fördern. Dies trägt nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern unterstützt auch die langfristige wirtschaftliche Stabilität der Betriebe.
Aufgrund einer deutlichen Nachfragesteigerung wird verstärk auch im Bereich Nachhaltigkeit eine Beratung angeboten. Hierbei wird explizit an einer Kooperation mit regionalen Banken und Sparkassen gearbeitet.
Weitere Handlungsfelder ergeben sich situativ, zum Beispiel bei Änderungen von Rahmenbedingungen für Handwerksbetriebe durch neue gesetzliche Anforderungen. Hierbei übersetzt die Anlaufstelle für Energie- und Umwelt politische und rechtliche Anforderungen in umsetzbare Schritte. Darüber hinaus engagiert sich die Anlaufstelle für Energie und Umwelt in der Zusammenarbeit mit Landesverbänden, der Organisation von Erfahrungsaustauschen, der Mitarbeit in Gremien und Netzwerken, usw., wodurch die Interessen von Handwerksbetrieben vertreten werden können aber auch neue und für Handwerksbetriebe wichtige Themen frühzeitig erkannt und bearbeitet werden können. Auf diese Wiese fördert sie nicht nur das betriebliche Verständnis für Umwelt- und Energiethemen, sondern stärken gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks im Zuge der ökologischen Transformation.
Beratungsfeld Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung
Sowohl kleine und kleinste als auch mittlere Handwerksbetriebe benötigen Unterstützung bei dem Überblicken und Umsetze der zahlreichen Vorschriften zum Arbeitsschutz. Die Anlaufstelle für Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung bietet eine fundierte und betriebsspezifische Beratung, hilft den Betrieben praxisnahe und nachhaltige Lösungen zu finden, die Arbeitsschutz stärken und langfristig Kosten durch weniger Krankheitsausfälle sparen. Sie entwickelt praxisnahe Lösungen, baut Hemmschwellen ab und bezieht dabei Themen wie Gefahrgut oder Prävention neuer Belastungen gezielt mit ein.
Die Anlaufstelle für Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung steht regelmäßig mit Fachverbänden, Gremien, Behörden, Ministerien und Berufsgenossenschaften im engen Austausch, um für handwerkstypische Herausforderungen schnelle und praxisnahe Lösungsansätze zu generieren und anschließend für alle nutzbar zu machen. Generell ist zu verzeichnen, dass sich in der Arbeitsschutzberatung der Fokus zum Beispiel auf Fragen zu Vorbeugungsmaßnahmen bei neuen Belastungssituationen für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen oder die Anpassung der Arbeitsplätze für ältere Beschäftigte zunimmt.
Fallweise arbeitet die Anlaufstelle mit Beratungsstellen der Handwerkammer in Kassel und Frankfurt gemeinsam an Themen der dortigen Betriebe.
Alle drei Anlaufstellen leisten damit einen wichtigen Beitrag, Betriebe in Zeiten tiefgreifender Transformation zu unterstützen, Wissen zu transferieren und die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks langfristig zu sichern, indem sie neben der direkten Beratung auch Formate wie Webinare, Vorträge und Seminare zu aktuellen Themen einsetzen.