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02.11.2026: Weniger Umsatzsteigerungen und zurückhaltende InvestitionenHandwerkskonjunktur im Kammerbezirk wartet auf den Aufschwung

Handwerkskonjunktur im Kammerbezirk wartet auf den Aufschwung

Die konjunkturelle Erholung im Handwerk des Kammerbezirks Wiesbaden lässt weiter auf sich warten. Im dritten Quartal 2026 hat sich das Geschäftsklima erneut eingetrübt. Der Geschäftsklimaindex sank von 111,3 Punkten im Vorquartal auf 105,5 Punkte und liegt damit auch unter dem Vorjahreswert von 108,6 Punkten. Die meisten Konjunkturindikatoren stagnieren oder entwickeln sich rückläufig. Besonders die verhaltenen Zukunftserwartungen der Betriebe deuten darauf hin, dass eine nachhaltige Erholung vorerst nicht in Sicht ist.

Weniger Umsatzsteigerungen und zurückhaltende Investitionen

Gegenüber dem Vorquartal sank der Anteil der Betriebe mit gestiegenen Umsätzen um 9,4 Prozentpunkte. Auch beim Auftragseingang und beim Auftragsbestand berichteten weniger Unternehmen von Zuwächsen. Die Investitionstätigkeit entwickelte sich ebenfalls rückläufig. Die durchschnittliche Auftragsreichweite lag bei 7,9 Wochen. Gleichzeitig rechnen die Betriebe unabhängig von Größe, Region und Gewerk mit steigenden Einkaufs- und Verkaufspreisen.

Heißer Sommer sorgt für positive Ausnahmen

Besonders Installateure und Heizungsbauer beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage und die Entwicklung ihres Auftragsbestands deutlich positiver als der Durchschnitt der befragten Betriebe. "Der heiße Sommer hat die Auftragsbücher vollgemacht bei all denjenigen, die mit Klimahandwerken zu tun haben", erklärt Pierre Schlosser, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Wiesbaden. Auch Dachdecker sowie Maler und Lackierer bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage überdurchschnittlich positiv. Elektrotechniker verzeichneten häufiger steigende Auftragseingänge. Im Handwerk für den gewerblichen Bedarf verbesserten sich sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen. Bei der regionalen Betrachtung1 konnte sich lediglich der Landkreis Gießen gegenüber dem Vorquartal und dem Vorjahr verbessern.

Skepsis gegenüber der Zukunft verfestigt sich

Die Ergebnisse bestätigen zugleich eine längerfristige Veränderung im Stimmungsbild der Betriebe. Vor der Corona-Pandemie schätzten sie ihre wirtschaftlichen Aussichten häufig optimistischer ein als ihre gegenwärtige Geschäftslage. Seit den Krisenjahren hat sich dieses Verhältnis umgekehrt. Die Erwartungen fallen seither überwiegend schlechter aus als die Beurteilung der aktuellen Situation. Die vereinzelten positiven Entwicklungen ändern bislang nichts an diesem Trend.

Den vollständigen Konjunkturbericht finden Sie im Downloadbereich. 

(Zum Kammerbezirk Wiesbaden gehören die Landeshauptstadt Wiesbaden sowie die Landkreise Gießen, Lahn-Dill, Limburg-Weilburg, Main-Kinzig, Rheingau-Taunus, Vogelsberg und Wetterau.)