Holger Aßmus
Handwerkskammer Wiesbaden

"Denkmalpflege wurde mir in die Wiege gelegt"

Denkmalpflege im Handwerk (1): Holger Aßmus, A.W. Aßmus Bedachungsgeschäft GmbH in Nidda

Handwerksbetriebe, die sich in der Denkmalpflege engagieren, tragen durch den Erhalt des kulturellen Erbes auch zur Stärkung des historischen Gedächtnisses unserer Gesellschaft bei. Diese Botschaft zu transportieren ist das Ziel des „Klaus-Repp-Preises für Denkmalpflege im Handwerk“, der im Jahr 2020 erstmalig ausgeschrieben wurde. Warum die Denkmalpflege im Handwerk so wichtig ist, darüber berichten die Wettbewerbsteilnehmer des Preises in einem kurzen Interview.



Holger Aßmus
Fotostudio Kreft

1. Welche denkmalpflegerischen Dienstleistungen bietet Ihr Betrieb an?

Wir sind ein Dachdeckerbetrieb und führen alle Arten der Schieferdeckung, Ziegel- und Metalleindeckungen aus. Da wir nur regional tätig sind, konzentriert sich dies auf Biberschwanzziegel und Altdeutsche Schieferdeckungen. Durch den Restauratorenkreis der Handwerkskammer Wiesbaden ist unser Gewerk mit allen Bauhandwerkern, die denkmalpflegerische Arbeiten ausführen, gut vernetzt. Weiterhin haben wir durch unsere langjährige Tätigkeit enge Kontakte zu Planern, Statikern und Energieberatern, die die Besonderheiten der Denkmalpflege kennen und ebenfalls dort schon lange tätig sind. So können wir unseren Kunden ein Komplettpaket anbieten.

2. Wie sind Sie zur Denkmalpflege gekommen?

Das wurde mir sozusagen in die Wiege gelegt. Ich bin die fünfte Generation Schieferdecker in der Familie, davor waren meine Vorfahren bis in die Zeit vom Dreißigjährigen Krieg Kupferschmiede - soweit konnten wir es in den Kirchenbüchern nachverfolgen. Meine Entscheidung, in den Betrieb einzusteigen, fiel eigentlich, weil mein Vater gesundheitliche Probleme hatte und ich ihn unterstützen wollte. Daraus werden in diesem Jahr bereits vier Jahrzehnte, in denen ich das Handwerk lieben lernte.



3. Denkmalpflege ist für mich...

…Ökologie, Ökonomie, Handwerkskunst und Kunsthandwerk gleichermaßen. Neubaugebiete gehören meiner Meinung nach verboten. Altbaugebiete sollten die Zukunft sein. Denkmalpflege war und ist für uns auch schon immer eine Selbstverständlichkeit.

4. Haben Sie ein "Lieblingsobjekt"?

Da gibt es einige, aber Kirchtürme sind schon etwas Besonderes. Der Johanniterturm in Nidda, der 1492 gebaut wurde, ist daher mein Lieblingsobjekt. Davon haben wir auch Bilder von früheren Reparaturen, die die Veränderungen im Handwerk dokumentieren.



Holger Aßmus Schiefertafel
Handwerkskammer Wiesbaden

Ebertshäuser_Maja_2020

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