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Ehrenamt(lich) im Handwerk - Folge 2

Thomas Trapp: Wir können das verstaubte Image aufpeppen

Ein Ehrenamt oder sogar mehrere  – noch neben dem anstrengenden Beruf? Als Selbstständiger hat man eigentlich genug zu tun. Das wissen alle, die einen eigenen Betrieb haben. Doch es gibt viele, die trotz allem noch die Zeit und Motivation finden, für ihre Branche und somit zum Wohle ihrer  Berufskollegen ehrenamtlich tätig zu sein, in Gremien der Handwerkerschaft und der Kammer oder in deren unterschiedlichen Ausschüssen. "Etwas bewegen können" nennen sie als Grund für ihr Engagement, das ihnen sowohl zeitlich als auch inhaltlich einiges abverlangt. Zudem können Kontakte geknüpft und gepflegt werden, untereinander wie auch zur Politik. Und auf diese Weise wird einiges erreicht.

Wir stellen Beispiele engagierter Handwerksmeister und –meisterinnen vor, die den Aufwand nicht scheuen und überzeugt davon sind, dass er sich lohnt.

Gleich mehrere Ehrenämter bekleidet Thomas Trapp, Obermeister der Friseurinnung Wiesbaden-Rheingau-Taunus. Im Vorstand der Innung ist er seit mehreren Jahren. Schon in jungen Jahren hat er sich bereits ehrenamtlich engagiert, auch als stellvertretender Obermeister. In 2015, mit Mitte Vierzig, wurde er dann an die Spitze der Innung gewählt.

Der Vorstand, sagt er, verjünge sich seit einiger Zeit. “Wir können das manchmal etwas verstaubte Image jetzt aufpeppen”. Das stoße auch auf Interesse: Zum Beispiel seien die regelmäßigen Frisuren-Mode-Präsentationen sehr gut besucht. "Diese Veranstaltungen sollten Sie sich nicht entgehen lassen", so Trapp, der jeweils einen Friseursalon in Rüdesheim und Oestrich-Winkel führt.

Probleme lösen durch Vernetzung und Austausch

Rund 20 Stunden pro Monat steckt er in die Arbeit auf Innungsebene – auch auf der Landesebene – denn er ist auch beim Landesinnungsverband aktiv. Außerdem sitzt er in verschiedenen Prüfungsausschüssen und im Vorstand der Kreishandwerkerschaft.

Trotz der Fülle an Ehrenämtern und der damit verbundenen Arbeit hält der Friseurmeister diese für sehr wichtig. “Wenn man sich nicht an dieser Front bewegt, bekommt man nicht genug mit”, meint er. Ob es um politische Entscheidungen wie im Bereich Mindestlohn oder Meisterpflicht geht, um gesellschaftliche Entwicklungen wie dem Fachkräftemangel und wie man ihm beikommen kann oder einfach um Vernetzung und Austausch: “Es ist schon wichtig, Innungsarbeit zu machen.”

Man bekomme aus erster Hand mit, was gerade diskutiert wird, und sei auch Partner der Politik. “Wir haben gerade einige neue Mitglieder bekommen”, freut sich Trapp, der von diesen immer wieder hört, “es passiert ja tatsächlich was”. Das ist für ihn eine gute Bestätigung seiner Arbeit. Alle zwei bis drei Monate gibt es zudem einen Friseur-Stammtisch, zu dem alle eingeladen sind, ganz gleich ob sie Mitglieder sind oder nicht. (Termine unter Tel. 0611 9991413 zu erfragen). “Wir haben ja letztendlich alle ähnliche Probleme”, weiß Trapp, der mit seiner Berufswahl in die Fußstapfen seiner Mutter getreten ist. Im Austausch miteinander sind Probleme oft leichter zu lösen.

Auch die Modenschauen werden auf Innungsebene organisiert. “Das ist viel Arbeit. Aber es macht auch unheimlich viel Spaß.” Beim Interview erreichen wir Trapp gerade auf dem Weg zur Ehrung von Meisterjubilaren. “Das mache ich gerne persönlich, anstatt einfach nur eine Urkunde zuzuschicken”, sagt der Friseurmeister, der solche Aufgaben an seinen eigentlich “freien” Tagen Montag und Dienstag erledigt. “Ich höre mir dann gerne an, was den Leuten auf den Nägeln brennt.” Denn nur wenn er von den Mitgliedern erfährt, was diese denken, kann er auch als “Partner in Berlin”, also der Politik gegenüber, vertreten, was die Branche für richtig hält.

Und es gibt spannende Aktionen wie den “Friseur-TÜV”, den die Innung angestoßen hat. Da viele Friseure durch die oft unbequeme Arbeitshaltung Rücken- und andere Beschwerden bekommen, wurde im Januar im Rahmen eines Spezial-Innungstages in einer Wiesbadener Praxis für Orthopädie, Psychotherapie, Gesundheitsmanagement und Physiotherapie eine umfassende Beratung über dieses Thema angeboten. “Rücken, Haltung und Stress” lautete die Überschrift. Auch so etwas tut die Innung für ihre Mitglieder.

Thomas Trapp

me. Thomas Trapp

www.trapp-and-friends.de

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Dirk Kornau M.A.

Abteilungsleiter Kommunikation und Veranstaltungen

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