Klima-Bau Volk GmbH & Co., Christina Kersten, KammBLOG,Mitarbeiter finden und binden
Handwerkskammer Wiesbaden

"Vertrauen hat bei uns einen hohen Stellenwert"

Mitarbeiter finden und binden (8): Sechs Fragen an Diplom-Kauffrau Christina Kersten

Junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk zu begeistern und qualifizierte Fachkräfte langfristig an den eigenen Betrieb binden: Das zu meistern ist aktuell eine der größten Herausforderungen des Handwerks. Einige Betriebe haben jedoch einen effektiven Weg gefunden, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Wir stellen Handwerker vor, denen genau das gelingt und haben nachgefragt, wie sie dabei vorgehen.



Klima-Bau Volk GmbH & Co., Christina Kersten, KammBLOG,Mitarbeiter finden und binden
Handwerkskammer Wiesbaden

Christina Kersten, geschäftsführende Gesellschafterin

Klima-Bau Volk GmbH & Co. KG mit Standorten in Wetzlar und Leipzig

Damit verdienen wir unser Geld:

Wir machen Klima und zwar mit Heizungs-, Kälte- und Lüftungstechnik. Für die Sanitärtechnik sind wir ebenfalls da.

Mitarbeiterzahl:

160 Mitarbeiter

Anzahl an Lehrlingen:

16 Lehrlinge

1. Warum bilden Sie aus?

Als mittelständischer Betrieb sehen wir eine besondere Verantwortung für die Ausbildung, weil wir in allen SHK-Bereichen arbeiten. Azubis lernen, die Heizung im Einfamilienhaus genauso zu konstruieren und zu installieren wie im Wohnanlagenprojekt mit 64 Wohnungen. Bei der Kälte- und Lüftungstechnik ist es genauso, wir arbeiten in der Messhalle von Industrieunternehmen, Shoppingzentren und Altenheimen. Dann sind wieder die sanitären Anlagen einer modernen Hotelanlage dran. Junge Menschen suchen eine umfassende Ausbildung und bei uns ist das machbar.

2. Welche Eigenschaften schätzen Sie an einem Mitarbeiter?

Mitarbeiter, die mitdenken, Lösungsvorschläge machen und ihr Handwerk lieben, sind bei uns absolut richtig.

3. Welche Unternehmensphilosophie verfolgen Sie?

Als inhabergeführtes Unternehmen in zweiter Generation haben Beständigkeit und Vertrauen bei uns einen hohen Stellenwert. Bei Fehlern sprechen wir miteinander und schauen darauf, ob wir vielleicht im System etwas anpassen müssen. Bei alldem haben wir die Bedürfnisse unserer Kunden fest im Blick.

4. Wie gehen Sie vor, um sowohl motivierte Lehrlinge als auch qualifizierte Fachkräfte für Ihren Betrieb zu finden?

Ganz wichtig ist das Praktikum als Möglichkeit, den Beruf und das Unternehmen kennen zu lernen. Von einem Tag bis zu mehreren Monaten haben wir da schon alles möglich gemacht. Damit wir auch im Internet zu finden sind, haben uns unsere Azubis toll unterstützt: Sie zeigen auf ganz vielen Fotos was es heißt, für Klima-Bau Volk zu arbeiten. Zusätzlich haben wir uns mit ihnen zusammengesetzt und sie haben uns erzählt, was ihnen bei der Ausbildung wichtig ist. Die Prüfungsvorbereitung war eines der Top-Themen. Unsere Mechatroniker für Kältetechnik beispielsweise bauen einen Schaltschrank auf und können noch einmal speziell daran üben, wo es bei ihnen hakt. Bei den anderen Ausbildungsberufen unterstützen wir auch, die Anlagenmechaniker haben beispielsweise ihr Prüfungsbrett.
Das alles haben wir in unsere neue Karriere-Website und in unsere Social Media einfließen lassen. Außerdem haben wir die Ausschreibung geändert und attraktiver für Jugendliche gestaltet.



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Bei guten Noten erhalten unsere Lehrlinge Boni, außerdem gibt es einen Führerschein-Zuschuss und wir beteiligen sie an unserem Prämienprogramm. Wer einen guten Abschluss hinlegt, hat bei uns das Übernahme-Angebot fest garantiert.
Wer nach der Ausbildung weitermachen will, kann bei uns ein duales Studium absolvieren. Gesellen, die ihren Techniker machen möchten, unterstützen wir beispielsweise mit einem Ferien-Arbeitsvertrag.

5. Hinsichtlich der Mitarbeiterbindung: Schaffen Sie bestimme Anreizsysteme oder besondere Vorteile für Ihre Mitarbeiter?

Alle Mitarbeiter erhalten nach der Probezeit eine eigene Prämien-Kreditkarte. Zusätzlich gibt es verschiedene finanzielle Anreize. Mitarbeiterbindung geht für uns noch sehr viel weiter darüber hinaus. Deshalb achten wir bei der Personalentwicklung auf Karrieremöglichkeiten. Weiterbildung ermöglichen wir gerne "on the job", beispielsweise für unsere jungen Fachkräfte, die ein duales Studium anstreben.
Gemeinsame Feiern haben in unserer Betriebskultur ebenfalls einen wichtigen Stellenwert.

6. Welchen Rat würden Sie Handwerkern geben, die händeringend nach Lehrlingen oder Fachkräften suchen?

Wir sagen uns immer: Dran bleiben, neu nachdenken, mutig sein, alles auf den Prüfstand stellen.

Eins liegt mir noch sehr am Herzen: Im vergangenen Jahr haben wir drei Auszubildende mitten in der Ausbildung aufgenommen. Sie waren mit ihren Betrieben sehr unzufrieden und das aus gutem Grund. Lehrlinge sind kein Ersatz für Fachkräfte. Sie brauchen erfahrene Kräfte an ihrer Seite, die sie gut anleiten. Es ist außerdem Aufgabe jedes Unternehmens, jungen Menschen eine Ausbildung zu ermöglichen. Das ist Arbeit, die sich lohnt. Unfair ist es, dass inzwischen viele Betriebe (auch auf Industrieseite) nicht mehr ausbilden, aber die jungen Fachkräfte direkt nach der Ausbildung abwerben.

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