Handwerkskammer Wiesbaden

Lehrlinge aus Frankreich zu Besuch in der hessischen LandeshauptstadtInternationaler Austausch als "gelebtes Handwerk"

Für elf französische Lehrlinge im Alter zwischen 16 und 29 Jahren hieß es im März "Bienvenue à Wiesbaden". Im Rahmen eines Lehrlingsaustauschs bekamen die fünf jungen Frauen und sechs jungen Männer eine Woche lang die Gelegenheit, in Wiesbadener Handwerksbetrieben mitzuarbeiten. In diesem Jahr ging es für die Lehrlinge zu den Friseurbetrieben Hair & Beauty Intesar, cut & care Friseursalon GmbH und The Hairgangsters, in die Bäckereien biokaiser GmbH und Bäckerei Göbel, in das Café Blum, zu Wisag Business Catering Hessen, in die D. Rembser Fleischgroßhandel GmbH und die Fleischerei Brauer.

Aus Mainz nahm die N’Eis GmbH & Co. KG teil. "Solche Austauschformate kennt man oft eher aus dem Studium. Umso schöner ist es, dass es diese Möglichkeit auch für Auszubildende im Handwerk gibt. Es ist immer bereichernd, dabei Neues zu lernen", so Blanca Panchyrz, Meisterin im Fleischerhandwerk und Inhaberin der Metzgerei Brauer.

 

Außer der Arbeitsweise im Nachbarland standen auch die Landeshauptstadt und die deutsche Kultur im Fokus. "Viele berichten, dass sie durch den Aufenthalt selbstständiger geworden sind, dass sie neue Techniken kennengelernt haben und dass aus Kolleginnen und Kollegen Freundinnen und Freunde geworden sind. Ich wünsche mir sehr, dass auch Sie hier bei uns in Wiesbaden und in der Region ähnlich prägende Erfahrungen machen: sei es in den Betrieben, unserer schönen Kulturlandschaft am Rhein, aber vor allem auch im täglichen Miteinander", hob Stefan Füll, Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden, bei der Begrüßung der Lehrlinge und ihrer beiden Betreuer, Damien Brusselle und Frederique delle Vedove, hervor. Übernachtet hat der französische Besuch im Internat des Berufsbildungs- und Technologiezentrums (BTZ) Wiesbaden I "Karl-Schöppler-Haus". Ansprechpartnerin für die französischen Lehrlinge vonseiten der Handwerkskammer Wiesbaden war Linn-Majbrit Hunsmann aus der Abteilung Nachwuchsgewinnung und Berufsorientierung.

 

Hand in Hand über Ländergrenzen hinweg

Doch nicht nur die Teilnehmenden selbst profitieren von dem Austausch: "Diese Form der internationalen, grenzüberschreitenden Ausbildung und Zusammenarbeit ist gelebtes Handwerk, ist die Chance für eine gelebte Europäische Union und eine friedliche Welt", erklärte Füll weiterhin.

Der Austausch ist aus einer Partnerschaft hervorgegangen, die die Handwerkskammer Wiesbaden bereits seit 1975 mit der französischen Kammer Chambre de Métiers et de l'Artisanat de Région Provence-Alpes-Côtes d'Azur, Chambre departementale de Vaucluse in Avignon pflegt. Dabei streben beide Seiten nach einem gegenseitigen Informations- und Erfahrungsaustausch, der Stärkung des handwerklichen Mittelstandes in Europa sowie der Verbesserung der Geschäftskontakte zwischen deutschen und französischen Unternehmen, insbesondere durch Zusammenarbeit und der Kooperation bei Projekten der Europäischen Union Avignon. Für den Lehrlingsaustausch kommen in der Regel einmal jährlich Lehrlinge aus dem einen Land in das andere.

Gruppenfoto in der Metzgerei Brauer mit Austauschlehrling Fabio Galvani.
Handwerkskammer Wiesbaden
In der von Inhaberin Blanca Panchyrz (r.) geführten Metzgerei Brauer sammelte Austauschlehrling Fabio Galvani (Mitte) Berufserfahrungen, unter anderem von Andreas Riehl, Meiter im Fleischereihandwerk (2.v.l.).

 

Portraitfoto von Linn Hunsmann

me. Linn-Majbrit Hunsmann

Nachwuchsgewinnung und Berufsorientierung

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