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Handwerkskonjunktur in Ober-, West- und MittelhessenVerschlechterung der Geschäftslage und nur verhaltene Erwartungen

Im 1. Quartal 2026 hat sich die Konjunktur im Kammerbezirk Wiesbaden weiter eingetrübt. 26 Prozent der Handwerksunternehmen – also jeder vierte Betrieb – melden eine "schlechte" Geschäftslage. Damit steigt der Negativanteil so hoch wie in den Krisenjahren 2021/22. Die Verschlechterung hält seit drei Quartalen an.

Pessimismus herrscht vor

Die Erwartungen für das 2. Quartal 2026 bleiben dementsprechend verhalten. Zwar wuchs der Anteil der optimistischen Betriebe von 17,4 auf 24,4 Prozent, zugleich nahm aber die Zahl der pessimistischen Unternehmen von 19,2 auf 20,6 Prozent zu. Die mittlere Gruppe mit "befriedigenden" Erwartungen schrumpfte. Branchenspezifisch zeigt sich ein gemischtes Bild. Das Kfz-Gewerbe meldet zu 64 Prozent eine gute Lage, auch die Gesundheitshandwerke berichten zu 53 Prozent von guten Geschäften. Dagegen verschlechterte sich die Stimmung etwa im Bau- und Ausbaugewerbe sowie besonders im Lebensmittelhandwerk, wo bereits mehr als ein Drittel der Betriebe eine schwierige Lage meldet.

Einkaufspreise steigen massiv, Umsatzentwicklung bleibt schwach

Ein zentrales Risiko sind die immens steigenden Einkaufspreise, insbesondere für Energie. Etwa drei Viertel der Betriebe sehen sich dadurch bereits stark belastet, weitere Preisschübe werden erwartet. Nur wenige Handwerksunternehmen können den Kostendruck über höhere Verkaufspreise weitergeben.

Die Umsatzentwicklung zeigt sich weiter schwach: Knapp 70 Prozent der Betriebe melden gesunkene oder unveränderte Umsätze, nur 31,1 Prozent verzeichnen Steigerungen. Die Auslastung stieg auf 77,2 Prozent, die Auftragsreichweite auf gut zehn Wochen.

Beschäftigung bleibt unter Druck

Während 15 Prozent der Unternehmen Personalabbau erwarten, rechnen 13 Prozent mit einem Zuwachs an Mitarbeitern. Der Saldo aus Betrieben mit gestiegenem zu Betrieben mit gesunkenem Beschäftigtenstand fällt seit nunmehr drei Jahren in jedem Quartal negativ aus. Zugleich verharrt die Investitionsbereitschaft auf niedrigem Niveau. Die wenigen Investitionen dienen überwiegend dem Ersatz, nicht dem Ausbau.

Ohne klare politische Signale und strukturelle Entlastungen droht die Handwerkskonjunktur im Kammerbezirk Wiesbaden 2026 in einer Phase niedrigen, krisenanfälligen Niveaus zu verharren.