04.03.2026: "Wahl-Check der Wirtschaft" – Kommunalpolitik im DialogWie sieht die Zukunft der regionalen Wirtschaft aus?
Am 3. März 2026 veranstaltete die IHK Wiesbaden in Kooperation mit dem regionalen Handwerk eine Podiumsdiskussion mit acht Kandidatinnen und Kandidaten der Kommunalwahl. Verhandelt wurden entscheidende standortpolitische Fragen.
Die Haushaltslage ist angespannt, für die Region stehen zukunftsweisende Investitionen an, vor allem in Infrastruktur, Bildung und Stadtentwicklung. Parallel nehmen Anforderungen an die Verwaltungen zu. Nach den Kommunalwahlen, die am 15. März stattfinden, sind weitreichende politische Entscheidungen notwendig.
Wie einzelne Parteien die Herausforderungen, vor denen die Wirtschaftsre-gion Wiesbaden steht, meistern wollen, zeigte sich beim Wahl-Check der Wirtschaft. Unter der Moderation von Stefan Schröder stellten Daniela Georgi (CDU), Silas Gottwald (SPD), Gesine Bonnet (Bündnis 90/Die Grünen), Andreas Müller (FDP), Michael Barth (Freie Wähler), Denis Seldenreich (AfD), Ingo von Seemen (Die Linke) und Achim Sprengard (Volt) ihre unterschiedlichen Positionen vor. Eingeladen waren Vertreterinnen und Vertreter aller Parteien mit Fraktionsstärke in der Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung bezie-hungsweise im Kreistag.
Debatte um Investitionen
Im Fokus der Diskussionen standen die Kommunalfinanzen, insbesondere der Umgang mit dem Sondervermögen, die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur sowie die Gestaltung einer effizienten Verwaltung – Stichworte Entbürokratisierung und Digitalisierung. Besprochen wurde nicht nur die Lage in Wiesbaden; auch die Situation im Rheingau-Taunus-Kreis kam zur Sprache.
Da klamme Kassen – trotz Sondervermögen von rund 150 Millionen Euro – zum Sparkurs zwingen, debattierte die Runde, wo Einsparungen möglich und sinnvoll seien. Sie tauschte sich darüber aus, wie Investitionen, vor allem in Bildung, Straßenbau und den ÖPNV, aussehen sollten und welche Rolle Künstliche Intelligenz bei der Verschlankung der Verwaltung spielen könne. Im anschließenden Dialog mit den Besuchern wurde die Situation in der Wiesbadener Innenstadt thematisiert, darunter der Umgang mit den Leerständen, die Attraktivität, Sauberkeit und Sicherheit des Stadtzentrums sowie das Management des Verkehrs.
Kommunalpolitik für den Wirtschaftsstandort
Die IHK Wiesbaden und das regionale Handwerk stehen mit Politikern aller Parteien im Dialog und engagieren sich im Vorfeld der Kommunalwahl, beispielsweise durch die Bereitstellung des Wahl-Navis der IHK oder den Forderungen des Handwerks.
Jörg Brömer, Präsident der IHK Wiesbaden, machte deutlich: "Wir möchten die wirtschaftliche Dimension der Kommunalpolitik sichtbar machen und verdeutlichen, welche Verantwortung kommunale Entscheidungen für einen starken Standort haben."
Holger Balz, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Wiesbaden-Rheingau-Taunus und Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Wiesbaden, pflichtete bei: "Kommunale Entscheidungen wirken unmittelbar auf die Betriebe vor Ort. Deshalb ist es wichtig, wirtschaftliche Belange und Perspektiven im Vorfeld der Kommunalwahl 2026 transparent zu diskutieren. Das stärkt Vertrauen und Planungssicherheit."
Bild: v.l. Alexander Müller (FDP), Moderator Stefan Schröder, Denis Seldenreich (AfD), Michael Barth (Freie Wähler), Sabine Meder, Hauptgeschäftsführerin der IHK Wiesbaden, Achim Sprengard (Volt), Ingo von Seemen (Die Linke), Jörg Brömer, Präsident der IHK Wiesbaden, Daniela Georgi (CDU), Holger Balz, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Wiesbaden-Rheingau-Taunus und Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Wiesbaden, Gesine Bonnet (Bündnis 90/Die Grünen), Sabina Kurpanik, stellvertretende Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Wiesbaden-Rheingau-Taunus und Silas Gottwald (SPD)